Die interne Kritik an Mark Zuckerbergs neuem Überwachungsprogramm bei Meta eskaliert: Mitarbeiter werfen dem Konzern vor, durch die "Model Capability Initiative" systematisch persönliche Daten der Belegschaft für KI-Trainingszwecke zu sammeln. Ein interner Post, der an fast 20.000 Kollegen verteilt wurde, bringt die Empörung auf den Punkt:
"Egoistisch gesehen will ich nicht, dass mein Bildschirm gescannt wird – es fühlt sich wie ein Eingriff in meine Privatsphäre an. Aber im größeren Kontext will ich nicht in einer Welt leben, in der Menschen – ob Mitarbeiter oder nicht – für ihre Trainingsdaten ausgebeutet werden."
Die umstrittene Initiative erfasst Tastatureingaben, Mausaktivitäten und Bildschirmaufnahmen während der Nutzung bestimmter Anwendungen. Meta rechtfertigt das Vorgehen damit, dass die Daten benötigt werden, um KI-Modelle zu trainieren, die alltägliche Computeraufgaben automatisieren sollen. Doch viele Mitarbeiter sehen darin einen klaren Verstoß gegen ihre Privatsphäre – zumal der Konzern bereits in der Vergangenheit durch Datenskandale wie Cambridge Analytica auffiel.
Die Stimmung bei Meta ist ohnehin angespannt: Im Rahmen von Zuckerbergs KI-Offensive wurden bereits 8.000 Stellen gestrichen, und die Nutzung von KI-Tools fließt nun in die Leistungsbewertungen ein. Die zusätzliche Überwachung durch die Model Capability Initiative hat nun den Unmut weiter geschürt. Seit vergangener Woche kursiert eine Petition innerhalb des Unternehmens, die die Einstellung des Programms fordert. "Es sollte nicht normal sein, dass Unternehmen jeder Größe ihre Mitarbeiter ohne Zustimmung für KI-Trainingszwecke ausbeuten", heißt es darin.
Die Kritik kommt nicht von ungefähr: Ein Mitarbeiter beschreibt die Initiative als Symbol für die zunehmende Ausbeutung durch KI-Systeme:
"Entlassungen, Budgetkürzungen, Jahre voller Effizienzdruck – alles hat zu einer wachsenden Angst beigetragen. Die MCI ist ein Mikrokosmos der KI-Bewegung. Ja, es ist nur eine kleine Drehung am Temperaturregler, aber sie steht für die Art von Systemen, die Menschen künftig zwangsläufig aufbauen werden."
Während einige die Ironie der Situation betonen – schließlich ist Meta für seine schlechte Datenschutzhistorie bekannt –, zeigt die aktuelle Rebellion, dass die Mitarbeiter die Grenzen der Überwachung nicht länger hinnehmen wollen. Ob die Initiative gestoppt wird, bleibt abzuwarten. Doch die Proteste belegen, dass die Belegschaft bereit ist, sich gegen die zunehmende Kontrolle durch die Konzernführung zu wehren.