Der OpenAI-CEO Sam Altman erlebte in dieser Woche einen schwierigen Tag vor Gericht. Im Rahmen der laufenden Klage Musk v. Altman wurde er vom gegnerischen Anwalt Steven Molo mit scharfen Fragen zu seiner angeblichen Unehrlichkeit konfrontiert.
Molo, der für den Kläger Elon Musk arbeitet, stellte Altman wiederholt infrage. So fragte er ihn direkt: „Sind Sie vollständig vertrauenswürdig?“ Altman antwortete zunächst: „Ich glaube schon.“ Als Molo nachhakte, korrigierte er sich: „Ich passe meine Antwort an: Ja.“ Später betonte Altman: „Ich halte mich für einen ehrlichen und vertrauenswürdigen Geschäftsmann.“
Doch die Vorwürfe gingen tiefer. Molo konfrontierte Altman mit Aussagen ehemaliger OpenAI-Mitarbeiter, die ihn als „unehrlich und lügnerisch“ bezeichneten. Besonders belastend war die Aussage der ehemaligen Technologiechefin Mira Murati. In einer Video-Aussage gab sie an, Altman habe sie über Sicherheitsprozesse belogen. Demnach soll er behauptet haben, dass die Rechtsabteilung ein neues KI-Modell freigegeben habe – obwohl dies nicht der Fall war. Zudem warf sie ihm vor, ihre Position als CTO untergraben und Führungskräfte gegeneinander ausgespielt zu haben. Murati verließ OpenAI nach Altmans vorübergehender Entlassung und ist heute CEO bei Thinking Machines.
Auch die ehemalige Vorstandsmitglied Tasha McCauley belastete Altman schwer. In ihrer Aussage erklärte sie, es habe „wiederholte Krisen aufgrund von Altmans Verhalten“ gegeben. „Wir hatten ernsthafte Zweifel, ob wir dem CEO vertrauen konnten.“ Sie führte dies auf eine „toxische Kultur der Lügen“ zurück, die Altman angeblich geschaffen habe.
Molo nutzte diese Aussagen, um Altman direkt zu fragen, ob er wisse, dass McCauley ihn beschuldige, eine „toxische Kultur des Lügens“ bei OpenAI zu fördern. Altman erwiderte, er habe ihre Aussage „nicht gehört“.
Ob Molo Altman damit als Lügner entlarven konnte und ob dessen Glaubwürdigkeit die zentrale Klagefrage beeinflusst – nämlich ob OpenAIs Wandel zu einem gewinnorientierten Unternehmen illegal war –, bleibt eine Entscheidung des Gerichts. Interessanterweise war auch Musks Kreuzverhör nicht frei von Kritik. So warf Altman Musk vor, während wichtiger OpenAI-Meetings über Memes gelacht zu haben.