Die National Science Foundation (NSF) hat ihre Postdoc-Stipendien für Geowissenschaftler gestrichen. Die Fördermöglichkeit wurde auf der NSF-Website als „archiviert“ markiert – ein Hinweis darauf, dass keine neuen Ausschreibungen mehr erfolgen.

Erstmals wurde dies von der Fachzeitschrift Eos bestätigt, nachdem bereits im März ein Nutzer in einem sozialen Netzwerk auf die Archivierung hingewiesen hatte.

Reaktionen aus der Wissenschaft

Die Entscheidung löste unter Geowissenschaftlern Besorgnis aus. Ein Forscher kommentierte auf Bluesky:

„Was tun, wenn die mächtigsten Entscheidungsträger beschließen, dass dein Fachgebiet nicht mehr existieren soll?“
Ein weiterer fragte:
„Was machen wir jetzt, wenn es keine neuen Fördergelder für die Geowissenschaften mehr gibt?“

Hintergründe der Entscheidung

Laut der letzten Ausschreibungsankündigung aus dem Oktober 2024 vergab das Programm jährlich rund 2,78 Millionen Dollar für acht bis zehn Postdoc-Stipendien. Gefördert wurden Projekte aus allen Disziplinen der NSF-Division für Erdwissenschaften (EAR), die zur NSF-Direktion für Geowissenschaften (NSF GEO) gehört.

Die Streichung erfolgt im Rahmen einer strukturellen Neuausrichtung der NSF, die die Behörde im Dezember 2025 ankündigte. Im Februar 2026 übernahm Joydip Kundu die Leitung der NSF GEO-Direktion. Kundu wechselte im Juli 2025 von der NSF-Direktion für Informatik und Ingenieurwissenschaften zur GEO-Direktion und brachte Erfahrungen aus der White House Office of Management and Budget sowie der Universität Maryland mit.

Bestätigung durch die NSF

Auf Anfrage von Eos bestätigte ein NSF-Sprecher, dass die EAR-Postdoc-Förderung archiviert wurde und im Herbst kein neuer Wettbewerb stattfinden wird. Gleichzeitig betonte die Behörde, dass sie weiterhin nach Fördermöglichkeiten für Nachwuchswissenschaftler in den Geowissenschaften suche.

Die NSF bietet weiterhin Stipendien für Postdocs in den Bereichen Ingenieurwesen, unternehmerische Forschung, Mathematik, Physik und Biologie an – letztere jedoch nur, wenn sie mit künstlicher Intelligenz verbunden sind.

— Emily Gardner (@emfurd.bsky.social), Redakteurin

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