Die Gewaltkriminalität in den größten Städten der USA ist zu Beginn des Jahres 2026 deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Major Cities Chiefs Association (MCCA), die Daten von 67 großen Polizeibehörden zusammenfasst. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 verzeichneten die Behörden in allen wichtigen Kriminalitätskategorien einen Rückgang.
Der Trend ist landesweit zu beobachten und deutet auf eine systematische Verbesserung hin. Die vierteljährlichen Berichte der MCCA gelten als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der jährlichen FBI-Kriminalstatistik, die jeweils im Herbst veröffentlicht wird.
Deutliche Rückgänge in allen Kategorien
- Mordfälle: Rückgang um 17,7 %
- Raubüberfälle: Rückgang um 20,4 %
- Vergewaltigungen: Rückgang um 7,2 %
- Schwere Körperverletzungen: Rückgang um 4,8 %
Besonders starke Rückgänge in Großstädten
Mehrere Metropolen verzeichneten besonders deutliche Rückgänge bei den Mordfällen:
- Washington, D.C.: 64,7 %
- Philadelphia: 54 %
- San Diego: 50 %
- Memphis: 34,4 %
- New York City: 31,7 % (unter der Amtszeit von Bürgermeister Zohran Mamdani)
- Los Angeles: 23 %
- Houston: 36,4 %
Politische Einordnung und aktuelle Entwicklungen
Die neuen Zahlen widersprechen der politischen Rhetorik rund um das Thema Kriminalität im Vorfeld der Kongresswahlen 2026. Präsident Trump hatte wiederholt behauptet, dass demokratisch regierte Großstädte von Gewaltkriminalität geprägt seien. Die Daten zeigen jedoch, dass viele dieser Städte in den letzten zwei Jahren deutlich sicherer geworden sind – ein Trend, der bereits in der zweiten Hälfte der Biden-Amtszeit begann und sich unter Trump fortsetzte.
Trump hatte die Gewaltkriminalität als Begründung für den Einsatz von Bundespolizei in Städten wie Chicago, Portland, Washington, D.C., Memphis und Kalifornien angeführt. Besonders auffällig ist der Fall von Aurora, Colorado: Die Stadt, die Trump während des Wahlkampfs 2024 fälschlicherweise als von venezolanischen Einwanderergangs überrannt darstellte, verzeichnete einen Rückgang der Mordfälle um 66,7 %.
Auf die ersten Berichte über die rückläufigen Kriminalitätszahlen reagierte die Trump-Administration mit einer geänderten Rhetorik und begann, die Erfolge zu betonen und auf die eigenen politischen Maßnahmen zurückzuführen.
Ungleiche Entwicklung und Warnungen vor saisonalen Schwankungen
Trotz des allgemeinen Rückgangs bleibt die Entwicklung ungleichmäßig. Einige Städte verzeichneten im ersten Quartal 2026 einen Anstieg der Gewaltkriminalität. Dazu gehören Minneapolis, Atlanta und Virginia Beach, wie eine Analyse von Axios auf Basis der MCCA-Daten zeigt.
Polizeibehörden warnen zudem vor möglichen saisonalen Schwankungen. Historisch gesehen steigt die Gewaltkriminalität im Sommer an. So warnten kürzlich Behörden in Denver vor einem möglichen Anstieg, obwohl die Stadt insgesamt einen rückläufigen Trend verzeichnet. Esteban L. Hernandez von Axios Denver berichtete über eine Serie von Tötungsdelikten in der Stadt.
Fazit
Die größten Städte der USA werden im Jahr 2026 weiterhin sicherer – auch wenn das Thema Kriminalität weiterhin eines der politisch brisantesten Themen des Landes bleibt.