Nach monatelangen juristischen Auseinandersetzungen ist es nun offiziell: Das umstrittene Verschwörungsnetzwerk InfoWars von Alex Jones wurde von der Satire-Zeitschrift The Onion übernommen. Der umstrittene Moderator inszenierte seinen Abschied als dramatischen Akt des Widerstands – und kündigte gleichzeitig seinen „Rückkehrkampf“ an.

Jones‘ wütende Abschiedsrede: „Ich sterbe für diese Sache“

Mit einer emotional aufgeladenen Rede vor seinen Mitarbeitern verabschiedete sich Jones von InfoWars. „Sie schalten heute um Mitternacht den Strom ab“, erklärte er und bezog sich auf die Übernahme durch The Onion. „Detektive kommen, um die Türen zu versiegeln – und sie glauben, sie hätten einen großen Sieg errungen.“

Doch Jones ließ sich nicht einschüchtern. „Ich werde in einem bescheidenen Haus mit einem bescheidenen Auto leben – und das liebe ich“, sagte er. „Sie denken, sie nehmen mir damit etwas weg? Joe, halt die Klappe. Ich bin bereit, dafür zu sterben.“ Jones betonte, dass ihn der Verlust finanzieller Mittel nicht brechen werde: „Glaubt ihr, ihr könnt mir damit schaden? Das macht mich nur spirituell erwürgen wollen. Es ist lächerlich – es gibt mir Kraft.“

„Die nächste Phase beginnt – der echte Krieg“

Mit pathetischen Worten beendete Jones seinen Auftritt: „Die nächste Phase beginnt. Der echte Krieg beginnt jetzt. Es ist das nukleare Zeitalter.“ Seine Ankündigung, trotz aller Rückschläge weiterzumachen, unterstrich seine ungebrochene Entschlossenheit – trotz des Verlusts seines einstigen Medienimperiums.

The Onion plant radikale Neuausrichtung als Parodie

The Onion, bekannt für seine satirischen Artikel, will InfoWars nun in eine Parodie seiner selbst verwandeln. CEO Ben Collins bezeichnete den juristischen Prozess als „verrückt und beispiellos“, da die Übernahme zunächst durch rechtliche Hürden blockiert wurde. Schließlich landete der Fall beim Texas Supreme Court.

Die Einnahmen aus dem Verkauf sollten ursprünglich an die Familien der Sandy-Hook-Opfer fließen – Jones schuldet ihnen nach seinen wiederholten Behauptungen, das Massaker sei eine „Inszenierung“, rund 1,3 Milliarden Dollar Schadensersatz.

Tim Heidecker übernimmt die kreative Leitung

Der Schauspieler und Komiker Tim Heidecker, bekannt aus Adult Swim, soll die Neuausrichtung von InfoWars gestalten. Sein Konzept sieht vor, das Netzwerk zunächst als selbstironische Satire zu etablieren – etwa durch die Bloßstellung von Jones‘ fragwürdigen Geschäftsmodellen wie dem Verkauf dubioser „Wundermittel“ oder der finanziellen Ausbeutung älterer Menschen.

„Irgendwann wird das vielleicht langweilig, aber wir bauen damit eine Marke auf“, erklärte Heidecker gegenüber Time. „Anschließend wollen wir daraus eine Plattform für hochwertige Comedy machen – ein neues Streaming-Angebot, eine Comedy-Marke.“

Was kommt nach InfoWars?

Während Jones seine Anhänger mit apokalyptischen Ankündigungen mobilisiert, plant The Onion einen radikalen Neuanfang. Ob die Parodie auf breite Akzeptanz stoßen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Das einstige Sprachrohr der Verschwörungstheorien wird nun selbst zum Ziel des Spotts – und könnte damit endgültig seine Glaubwürdigkeit verlieren.