Die MAGA-Bewegung, einst eine geschlossene Front unter Donald Trump, zeigt zunehmend interne Konflikte. Zwei ihrer prominentesten Vertreter – die ehemalige Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene und der Podcaster Benny Johnson – lieferten sich am Mittwoch eine öffentliche Schlammschlacht in sozialen Medien.
Auslöser war ein Angriff Johnsons auf den republikanischen Abgeordneten Thomas Massie aus Kentucky. Johnson hatte Massie, der seit langem ein Kritiker Trumps ist, wegen neuer Vorwürfe angegriffen: Dieser soll einer ehemaligen Freundin, Cynthia West, bis zu 5.000 Dollar angeboten haben, um eine unbegründete Kündigungsschutzklage gegen eine Verbündete Massies, die Abgeordnete Victoria Spartz, fallen zu lassen. Massie, der im November zur Wiederwahl ansteht, bestreitet alle Vorwürfe. Seine Vorwahlen finden bereits nächste Woche statt.
Johnson bezeichnete Massie in seiner Sendung als „Schwein“, das „über Trump quatscht“, und verglich den aktuellen Skandal mit dem Fall des Demokraten Eric Swalwell, dessen Gouverneurskandidatur kürzlich nach Vorwürfen sexueller Belästigung und Vergewaltigung implodierte. Diese harsche und fragwürdige Darstellung provozierte Greene.
In einer Reaktion auf einen Ausschnitt von Johnsons Show schrieb Greene:
„Das ist eine Lehrstunde, wie man die Lügen sozialer Medien-Influencer entlarvt, die dafür bezahlt werden, Propaganda zu verbreiten.“
Greene kritisierte zudem, Johnson habe ihr gegenüber nicht einmal die „Höflichkeit“ besessen, zu prüfen, ob die Vorwürfe gegen Massie überhaupt stimmen. Sie betonte, sie habe Johnson einst als Freund betrachtet. Doch Johnson ließ sich von dieser persönlichen Ansprache nicht beeindrucken und konterte mit einer scheinbar sachlichen Erklärung:
„Ich weiß, dass alle in letzter Zeit sehr empfindlich und emotional reagieren. Lassen Sie mich das ruhig und langsam erklären: Ich berichte in meiner Show über aktuelle Themen. Ich darf meine Meinung dazu äußern. Ich diene meinem Publikum. Das ist mein Job. Und im Gegensatz zu Ihnen werde ich meinen Job nicht hinwerfen, wenn es unangenehm wird.“
Greene ging zum Gegenangriff über und schrieb in einem Tweet:
„Du bist ein LÜGNER und Drecksack, @bennyjohnson, und nur zur Klarstellung: Wir sind ganz sicher keine Freunde. Alles, was du verbreitest und aufbauschst, sind erfundene Lügen. Und dafür wirst du auch noch bezahlt. Das ist das widerlichste Niveau von MAGA.“
Die ehemalige Abgeordnete aus Georgia deutete zudem an, sie habe „Gerüchte“ über Johnson gehört, darunter Vorwürfe sexueller Übergriffe auf junge Männer bei konservativen Konferenzen, angebliche Zahlungen aus Russland und Israel sowie Plagiatsvorwürfe. Johnson wies diese Anschuldigungen als „beweisunfähige Verleumdung“ zurück und kommentierte trocken:
„Mehr Drama und Abstürze. Verstanden.“