Die Detroit Pistons demonstrieren derzeit eine der effektivsten Teamverteidigungen der NBA. Ihre aggressive, kommunikative Abwehr setzt Gegner unter enormen Druck – selbst erfahrene Offensiven wie die von James Harden kommen nicht mehr zu einfachen Würfen. Die Pistons zwingen ihre Gegner, zwischen primären, sekundären und tertiären Angriffsoptionen zu wechseln, während sie gleichzeitig in der Rotation rotieren. Ihre schnellen, kollektiven Entscheidungen auf dem Feld machen es nahezu unmöglich, Lücken zu finden.

Statistisch spiegelt sich diese Überlegenheit in den schwachen Leistungen von James Harden wider: In zwei Spielen gegen Detroit erzielte er nur neun Feldtreffer, verlor elf Bälle und traf gerade einmal einen von elf Dreipunktwürfen. Die Pistons haben ihn systematisch ausgeschaltet.

Die Erwartungen an den Trade waren hoch – Cleveland wollte mit Harden einen klassischen Point Guard verpflichten, der Donovan Mitchell entlastet, die großen Spieler der Mannschaft (Jarrett Allen und Evan Mobley) besser einbindet und gleichzeitig die Defensive nicht zu stark schwächt. Doch Harden, bekannt für seine Passivität in der Verteidigung, wirkt in dieser Rolle wie ein Hindernis. Seine Stärken – Pull-up-Würfe und Foulprovokationen – kommen gegen die Pistons kaum zur Geltung.

Besonders besorgniserregend ist Hardens offensives Versagen. Abgesehen vom vierten Viertel des ersten Spiels gelang es ihm nicht, zum Korb vorzudringen. Die Pistons setzten ihn gezielt unter Druck, indem sie ihn mit Cade Cunningham verteidigen ließen. Da Ausar Thompson hauptsächlich Mitchell deckte, blieb keine andere Wahl, um Duncan Robinson zu schützen und Größenunterschiede zu minimieren. Hardens Ballverluste entstanden oft in Ein-gegen-Ein-Situationen oder beim verzweifelten Versuch, Pässe in kollabierende Passing-Lanes zu spielen.

Die Playoffs sind ein Teamwettbewerb – und die Pistons haben Harden bisher perfekt neutralisiert. Seine früheren Playoff-Niederlagen (2025, 2024, 2023, 2022, 2021, 2017, 2015, 2013) lassen wenig Hoffnung auf Besserung. Für Cleveland wird die Situation immer kritischer: Harden ist nicht nur defensiv eine Schwachstelle, sondern auch offensiv kaum noch präsent.

Quelle: Defector