Die IT-Budgets vieler Unternehmen geraten zunehmend aus dem Gleichgewicht, da einige Firmen mittlerweile mehr für künstliche Intelligenz (KI) ausgeben als für die Gehälter ihrer Mitarbeiter. Die Rechenkosten für KI übersteigen oft die Personalkosten, wie Bryan Catanzaro, Vizepräsident für angewandtes Deep Learning bei Nvidia, gegenüber Axios erklärte.
Ein Beispiel aus der Praxis: Der Technologiechef von Uber hat sein gesamtes für 2026 geplantes KI-Budget bereits durch die Kosten für KI-Tokens aufgebraucht. Amos Bar-Joseph, CEO des KI-Unternehmens Swan AI, prahlte in einem viralen LinkedIn-Post damit, dass seine Ausgaben für den KI-Dienstleister Anthropic stark gestiegen seien. Sein Kommentar:
„Wir bauen das erste autonome Unternehmen – wir skalieren mit Intelligenz, nicht mit Personal.“
IT-Ausgaben steigen weltweit
Laut Gartner wird der weltweite IT-Ausgaben im Jahr 2026 voraussichtlich 6,31 Billionen US-Dollar erreichen – ein Anstieg von 13,5 % gegenüber 2025. Diese Entwicklung wird vor allem durch die anhaltende Nachfrage nach KI-Infrastruktur, Software und Cloud-Diensten angetrieben. Dazu zählen nicht nur die Entwicklung von KI-Systemen, sondern auch die Kosten für KI-Abos und Rechenleistung.
Zweifel an der Wirtschaftlichkeit von KI-Investitionen
Doch selbst Unternehmen mit den größten IT-Budgets stehen unter Druck, den Return on Investment (ROI) ihrer KI-Ausgaben nachzuweisen – insbesondere gegenüber Aktionären. Die Frage nach dem tatsächlichen Wert von menschlicher oder digitaler Arbeitskraft wird immer lauter, wie Brad Owens, Vizepräsident für digitale Arbeitsstrategie bei Asymbl, betont. Sein Unternehmen konzentriert sich auf die Optimierung von Arbeitsprozessen.
Ein Investor von OpenAI erklärte gegenüber Axios, dass sich die steigenden KI-Kosten sogar positiv auswirken könnten. Sein Argument: OpenAIs Codex-Modell sei effizienter bei der Token-Nutzung als das Konkurrenzprodukt Claude Code von Anthropic, was die Betriebskosten senke. Anthropic hat bereits auf die gestiegene Nachfrage reagiert und seine Preise angepasst.
Risiko für Unternehmen
Wenn KI-Labore ihre Preise erhöhen, könnten hohe KI-Ausgaben von einem Statussymbol zu einer finanziellen Belastung werden. Unternehmen müssen nun abwägen, ob sich die Investitionen in KI langfristig auszahlen oder ob menschliche Arbeitskraft doch die kostengünstigere Alternative bleibt.