Bei einer Abschlussfeier an der Emory University in Atlanta gestand Ed Bastian, CEO von Delta Air Lines, dass er künstliche Intelligenz für die Erstellung seiner Rede genutzt hatte. „Aus Neugier habe ich KI gebeten, die Rede zu verfassen. Ich war überrascht, wie schnell und einfach das ging“, sagte er vor über 5.000 Absolventen.
Doch der maschinell generierte Text überzeugte ihn nicht: „Mir fehlte die Seele und Wärme. Es war nicht meine Stimme, nicht mein Dank an euch. Ihr wollt mich hören, nicht einen Algorithmus, der mich imitiert.“
Stattdessen griff Bastian zu Papier und Stift. Seine Worte kamen bei den neuen Absolventen gut an – anders als bei einigen Rednern der letzten Wochen, die mit Buhrufen bedacht wurden. So etwa Gloria Caulfield, die an der University of Central Florida KI als „nächste industrielle Revolution“ bezeichnete und dafür ausgebuht wurde.
Bastian arbeitet seit 1998 bei Delta, zunächst als Finanzvorstand, bevor er 2016 zum CEO aufstieg. Unter seiner Führung erreichte das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von über 46 Milliarden US-Dollar. In seiner Rede betonte er, dass wichtige Entscheidungen oft schwierig seien – etwa die kürzliche Streichung von Snacks und Getränken an Bord. „Das Richtige zu tun, kostet etwas. Aber ich sehe es als Investition, eine kluge Investition.“
KI oder schnelle Lösungen lehnte er ab: „Manchmal ist der einfache Weg verlockend. Doch er führt selten zu nachhaltigen Ergebnissen.“ Stattdessen riet er den Absolventen, auf ihren guten Ruf zu setzen: „Das ist eure Marke. Euer Ruf. Und nur ihr selbst könnt ihn zerstören.“