Betrüger nutzen Kryptowährungen für gefälschte Durchfahrtsgebühren
Im Persischen Golf nutzen Betrüger die angespannte Lage an der Straße von Hormuz aus, um Schiffe mit falschen Durchfahrtsgebühren zu erpressen. Mindestens ein Schiff, das zuvor unter iranischem Beschuss stand, könnte auf die Betrugsmasche hereingefallen sein und geglaubt haben, bereits für eine sichere Passage bezahlt zu haben.
Erste Warnung von griechischem Risikomanagement
Die erste Warnung vor diesem Krypto-Betrugsversuch kam am 20. April von der griechischen Schifffahrts-Risikomanagementfirma MARISKS, wie Reuters berichtet. Die Firma informierte Reedereien darüber, dass sich Betrüger als iranische Behörden ausgaben und per Nachricht Kryptowährungen wie Bitcoin oder Tether für angebliche Transitgebühren forderten.
Iran kontrolliert strategisch wichtige Schifffahrtsroute
Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit und ein neuralgischer Punkt für den globalen Ölhandel. Durch sie fließt etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggas-Lieferungen. Iran nutzt seine Kontrolle über die Route, um von Öltankern Kryptowährungen für die Durchfahrt zu verlangen und Schiffe zu Inspektionen in Küstennähe zu zwingen.
Verwirrung bei Reedereien durch ähnliche Forderungen
Die Betrugsmasche könnte bei Schifffahrtsunternehmen besonders erfolgreich sein, da Iran bereits zuvor Kryptowährungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz verlangt hat. Die gefälschten Nachrichten der Betrüger ähneln den echten Forderungen der iranischen Behörden, was die Unterscheidung erschwert.
„Die Betrüger nutzen die aktuelle Unsicherheit in der Region aus, um Schiffe mit gefälschten Durchfahrtsgebühren zu erpressen.“
MARISKS-Sprecher
Empfehlungen für Reedereien
MARISKS rät Schifffahrtsunternehmen, eingehende Zahlungsaufforderungen genau zu prüfen und bei Verdacht auf Betrug sofort die Behörden zu informieren. Zudem sollten Reedereien sicherstellen, dass ihre Kommunikation mit iranischen Behörden über offizielle Kanäle läuft.
- Verdacht melden: Bei verdächtigen Zahlungsaufforderungen umgehend die zuständigen Behörden kontaktieren.
- Offizielle Kanäle nutzen: Kommunikation mit iranischen Behörden nur über verifizierte Wege führen.
- Mitarbeiter sensibilisieren: Crews und Mitarbeiter auf mögliche Betrugsversuche hinweisen.