Afghanische Flüchtlinge in der Zwickmühle

Mehr als 1.100 afghanische Flüchtlinge, die derzeit in einem ehemaligen US-Militärstützpunkt in Katar untergebracht sind, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Ihnen wurde eine Wahl zwischen zwei unsicheren Optionen angeboten: Umsiedlung in die Demokratische Republik Kongo oder Rückkehr nach Afghanistan.

Keine sichere Alternative

Beide Möglichkeiten sind mit erheblichen Risiken verbunden. Der Kongo leidet unter einer schweren Flüchtlingskrise und anhaltenden Kämpfen mit einer paramilitärischen Rebellengruppe. Gleichzeitig gibt es keine historischen oder familiären Verbindungen der Flüchtlinge zu dem zentralafrikanischen Land.

Eine Rückkehr nach Afghanistan wäre ebenfalls lebensgefährlich. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 sind viele ehemalige Verbündete der USA, darunter Dolmetscher und Mitglieder der afghanischen Spezialkräfte, akut bedroht.

Wer sind die Betroffenen?

Die meisten der 1.100 Flüchtlinge haben über Jahre hinweg mit den US-Streitkräften zusammengearbeitet – als Dolmetscher oder in der afghanischen Spezialarmee. Einige von ihnen sind Familienmitglieder amerikanischer Soldaten. Laut NBC wurden bereits über 400 Kinder registriert. Die meisten haben zudem bereits alle Sicherheitsüberprüfungen für eine Einreise in die USA bestanden.

Hintergrund: Warum diese Entscheidung?

Die USA haben während und nach ihrem chaotischen Abzug aus Afghanistan im August 2021 fast 200.000 afghanische Flüchtlinge aufgenommen. Doch die Trump-Administration stoppte im vergangenen Jahr die Visaverarbeitung für alle Afghanen, nachdem ein afghanischer Einwanderer in den USA zwei Nationalgardisten erschossen hatte.

Muster der Trump-Administration

Die geplante Umsiedlung in den Kongo folgt einem bekannten Muster der Trump-Regierung: Flüchtlinge und Migranten werden in Länder abgeschoben, die weder sicher noch ethisch vertretbar sind. Erst vor wenigen Wochen hatte die kongolesische Regierung zugestimmt, von den USA abgeschobene Migranten aus Drittländern aufzunehmen. Bereits letzte Woche wurden mindestens 15 Personen dorthin deportiert.

Noch keine finale Entscheidung

Bisher handelt es sich nur um Verhandlungen zwischen der Trump-Administration und kongolesischen Behörden. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Sollte sie jedoch umgesetzt werden, würde dies erneut zeigen, wie die US-Politik unter Trump Sicherheitsbedenken über humanitäre Verantwortung stellt.

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Quelle: Vox