Washington, DC – Die enge Allianz zwischen der Trump-Administration und der religiösen Rechten steht vor ersten Herausforderungen. Eine aktuelle Studie des Pew Research Center zeigt, dass die christlich-konservative Bewegung trotz politischer Unterstützung nicht die erhoffte gesellschaftliche Akzeptanz findet.

Rückgang der Unterstützung für christlichen Nationalismus

Laut dem Bericht ist der Anteil der Amerikaner, die eine stärkere Rolle der Religion im öffentlichen Leben befürworten, zwar auf einen historischen Höchststand gestiegen – ein Plus von 19 Prozentpunkten in nur zwei Jahren. Doch dies bedeutet keineswegs eine Zustimmung zu den spezifischen Zielen der religiösen Rechten.

Während 55 Prozent der Befragten die organisierte Religion insgesamt positiv bewerten, lehnen viele die von christlichen Nationalisten propagierte Vermischung von Kirche und Staat ab. Besonders deutlich wird dies bei der Ablehnung der Idee, die USA als „Nation unter Gott“ zu definieren – ein zentrales Anliegen der konservativen Glaubensgemeinschaft.

Symbolische Gesten statt echter Überzeugung

Die religiöse Rechte hat in den vergangenen Jahren versucht, ihren Einfluss durch symbolische Handlungen zu stärken. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Aufstellung goldener Statuen von Donald Trump, die von Pastoren als „nicht idolatrisch“ bezeichnet werden, obwohl sie an das biblische Goldene Kalb erinnern;
  • Öffentliche Gebete über dem Präsidenten, in denen dieser mit Jesus Christus verglichen wird;
  • Die Unterstützung Trumps trotz kontroverser Aussagen, etwa als er sich als „KI-gestützter Messias“ bezeichnete.

Doch diese Strategien scheinen nicht die gewünschte Wirkung zu entfalten. Stattdessen wächst die Skepsis gegenüber einer politisierten Religion.

Amerikaner bevorzugen klare Trennung von Kirche und Staat

Die Studie unterstreicht, dass die Mehrheit der Amerikaner nach wie vor die von Thomas Jefferson geprägte Idee einer strikten Trennung von Kirche und Staat unterstützt. Nur eine Minderheit befürwortet eine stärkere Einbindung religiöser Werte in die Politik. Dies widerspricht der Hoffnung der religiösen Rechten, eine christlich geprägte Gesellschaft zu schaffen.

„Die Daten zeigen, dass die Amerikaner zwar Religion als positive Kraft wahrnehmen, aber eine klare Grenze zwischen Glauben und Politik ziehen wollen.“ – Pew Research Center

Fazit: Christlicher Nationalismus auf dem Rückzug?

Trotz der politischen Unterstützung durch die Trump-Regierung verliert die religiöse Rechte an Einfluss. Die Studie deutet darauf hin, dass die Mehrheit der Amerikaner eine politisierte Religion ablehnt und stattdessen eine säkulare Gesellschaft bevorzugt. Ob dies langfristig zu einer Abkehr von der Allianz zwischen Politik und Religion führen wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: Vox