Der Krypto-Markt bleibt für Börsengänge (IPOs) weiterhin unattraktiv: Der französische Hardware-Wallet-Hersteller Ledger hat seine Pläne für einen Börsengang in den USA vorerst auf Eis gelegt. Laut Insidern, die mit der Situation vertraut sind, belasten die aktuellen Marktbedingungen die Investorenstimmung für neue Börsengänge. Wie CoinDesk berichtet, hat Ledger bisher keinen Entwurf einer S-1-Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht – ein Schritt, der eine formelle IPO-Absicht signalisieren würde.

Stattdessen prüft das Unternehmen alternative Finanzierungswege, darunter eine private Kapitalbeschaffung. Noch Anfang dieses Jahres hatte Ledger eine mögliche Börsennotierung erwogen, die das Unternehmen mit rund 4 Milliarden US-Dollar bewertet hätte. Damals waren die Investmentbanken Goldman Sachs, Jefferies und Barclays mit der Beratung beauftragt worden. Der ursprüngliche Zeitplan sah einen Börsengang für das Jahr 2026 vor.

Der Rückzug von Ledger spiegelt einen breiteren Trend im Krypto-Sektor wider: Nach einer Welle von Börsengängen im Jahr 2025 ziehen sich immer mehr Unternehmen aus dem öffentlichen Markt zurück. Gründe dafür sind unter anderem gesunkene Token-Preise, rückläufige Handelsvolumina und volatile Aktienkurse von Krypto-Unternehmen.

Der Bitcoin notiert aktuell bei etwa 80.000 US-Dollar, nachdem er Ende 2025 noch höhere Kursniveaus erreicht hatte. Ethereum bewegt sich im Bereich von 2.000 bis 2.500 US-Dollar. Auch die Marktaktivität hat nachgelassen: Die Spot-Handelsvolumina sind gesunken, und die Risikokapitalfinanzierung für Krypto-Startups ist deutlich zurückgegangen.

Weitere Krypto-Unternehmen verschieben IPO-Pläne

Nicht nur Ledger zögert mit einem Börsengang. Auch die Krypto-Börse Kraken hatte ihre multibillionen Dollar schweren IPO-Pläne Anfang dieses Jahres pausiert – trotz einer geheimen SEC-Einreichung im Jahr 2025. Zudem hat Consensys, der Entwickler der Ethereum-Software MetaMask, seinen geplanten Börsengang verschoben, wie aus separaten Berichten hervorgeht.

Der Börsengang von BitGo im Januar diente als Testfall für die Nachfrage nach Krypto-Aktien: Das Unternehmen sammelte rund 213 Millionen US-Dollar ein und notierte seine Aktien bei 18 US-Dollar – über dem geplanten Preisspektrum. Zwar stieg der Kurs am ersten Handelstag, doch später fiel die Aktie unter den Ausgabepreis und notiert mittlerweile deutlich tiefer. Dies unterstreicht die hohe Volatilität von Krypto-Werten.

Ledger setzt auf institutionelle Expansion trotz IPO-Pause

Trotz der Verzögerung beim Börsengang baut Ledger seine Präsenz in den USA weiter aus. Im März ernannte das Unternehmen John Andrews, ehemaliger Finanzvorstand von Circle, zum neuen CFO. Zudem eröffnete Ledger ein Büro in New York, das sich auf institutionelle Kunden und die Plattform Ledger Enterprise konzentriert.

Das Unternehmen zielt darauf ab, Banken, Asset-Manager und Stablecoin-Emittenten mit sicherer Infrastruktur für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte zu bedienen. Im Kern geht es um den Schutz privater Schlüssel, die den Zugang zu Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum kontrollieren.

Gegründet im Jahr 2014, hat Ledger bereits über sieben Millionen Hardware-Wallets verkauft und verwahrt nach eigenen Angaben Vermögenswerte im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar. In einer Finanzierungsrunde im Jahr 2023 wurde das Unternehmen mit 1,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Investoren waren unter anderem True Global Ventures und 10T Holdings.

Auch wenn der Börsengang vorerst aufgeschoben ist, zeigt die Expansion des Unternehmens, dass es weiterhin auf institutionelles Wachstum setzt. Die Nachfrage nach sicherer Krypto-Infrastruktur bleibt über verschiedene Marktzyklen hinweg stabil.