Eine der bedeutendsten Dokumentationen endet mit 70 Up
Die Nachricht, dass der britische Regisseur Michael Apted 2021 verstarb, löste Besorgnis aus: Würde seine legendäre Dokumentationsreihe Up nach 56 Jahren unvollendet bleiben? Apted hatte seit 1970 alle Folgen der Serie inszeniert, die mit Seven Up! begann und die Lebenswege von 14 Briten in siebenjährigen Abständen verfolgte. Doch nun bestätigt der Guardian, dass die Reihe mit 70 Up unter der Regie des preisgekrönten Dokumentarfilmers Asif Kapadia ein würdevolles Finale erhält.
Ein einzigartiges Zeitdokument der britischen Gesellschaft
Die Up-Reihe, regelmäßig als eine der einflussreichsten TV-Produktionen Großbritanniens gefeiert, dokumentiert nicht nur individuelle Lebensläufe, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen. Ursprünglich als Studie über Klassenunterschiede konzipiert, entwickelte sich die Serie zu einem faszinierenden Porträt menschlicher Träume und Hoffnungen. Lediglich ein Teilnehmer, Charles Furneaux, stieg aus – ironischerweise selbst Dokumentarfilmer. Zwei weitere Teilnehmer verstarben, ihre Familien werden in 70 Up zu Wort kommen.
Asif Kapadia übernimmt die Regie
Kapadia, bekannt für preisgekrönte Dokumentationen wie Diego Maradona (2019) und Federer: Twelve Final Days (2024), bezeichnete die Up-Reihe als
„das ultimative Porträt des menschlichen Lebens“und als seinen Lieblingsdokumentarfilm aller Zeiten. Mit seiner Erfahrung in der Arbeit mit Archivmaterial und seiner Vertrautheit mit Apteds Werk bringt Kapadia frischen Wind in die Serie. Besonders spannend: Der Regisseur ist 15 Jahre jünger als die Teilnehmer – eine ungewöhnliche Perspektive für die Dokumentation.
Ein Blick zurück und nach vorn
Die Up-Reihe begann 1964 mit Seven Up!, als die Teilnehmer sieben Jahre alt waren. Seitdem entstand alle sieben Jahre ein neues Kapitel, das die Entwicklung der Protagonisten und der britischen Gesellschaft einfing. Mit 70 Up wird die Serie nach fast sechs Jahrzehnten abgeschlossen – ein einzigartiges kulturelles Erbe.