Als Marvel 2022 die Serie Moon Knight auf Disney+ veröffentlichte, war die Reaktion gespalten. Einerseits erwarteten Fans die typischen Marvel-Actionsequenzen mit aufwendigen CGI-Kämpfen, andererseits setzte die Serie auf eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dissoziativer Identitätsstörung. Die achtteilige Miniserie um den Antihelden Marc Spector polarisierte: Einige Zuschauer begeisterten sich für die chaotischen Abenteuer, andere fühlten sich überfordert. Besonders Oscar Isaacs portrayal des Protagonisten – inspiriert von Karl Pilkingtons markantem britischen Akzent – wurde zum Gesprächsthema.
Drehbuchautor Jeremy Slater, bekannt für Mortal Kombat II, sollte ursprünglich die Serie entwickeln. Doch während der gesamten Produktion blieb er der Presse fern. Erst in einem aktuellen Interview mit The Hollywood Reporter (THR) erklärte er die Hintergründe seines Ausstiegs.
Slater betonte, dass er zu Beginn seiner Karriere oft gegen Anmerkungen von Kollegen kämpfte. Doch in den letzten zehn Jahren habe er gelernt, dass Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg sei. Diese Erfahrung habe seine Herangehensweise an das Schreiben grundlegend verändert.
Auf die konkrete Frage, warum er Moon Knight verlassen habe, antwortete Slater diplomatisch:
„Ich möchte nichts Schlechtes über Marvel oder meine Zeit dort sagen. Sie haben mir vertraut und mir ermöglicht, ein herausragendes Autorenteam zusammenzustellen. Ich war sehr stolz auf unsere Arbeit. Letztlich verließ ich das Projekt aufgrund kreativer Differenzen mit dem Regisseur. Unsere Visionen für die Serie waren einfach zu unterschiedlich. Da er sich durchsetzte, zog ich mich zurück.“
Slater nannte den Regisseur nicht namentlich, doch da Mohamed Diab die meisten Episoden von Moon Knight inszenierte, könnte er derjenige sein, mit dem es zum Konflikt kam. Slater ergänzte, dass seine Erfahrung bei Marvel keine klassische Showrunner-Rolle gewesen sei, in der der Drehbuchautor die alleinige Entscheidungsgewalt hat. Gleichzeitig betonte er, dass er nicht wisse, wie der aktuelle Prozess bei Marvel aussehe. Viele Kollegen hätten jedoch positive Erfahrungen gemacht.
„Die Zusammenarbeit zwischen Autor und Regisseur ist immer eine Herausforderung. Wenn es funktioniert – wie etwa bei Mortal Kombat II mit Simon McQuoid – ist es magisch. Wenn nicht, kann es für alle Beteiligten sehr frustrierend sein.“