Moderna intensiviert Forschung an Vogelgrippe-Impfstoff

Das US-Biotechunternehmen Moderna hat angekündigt, seine klinischen Studien zum potenziellen Impfstoff gegen die aviäre Influenza (H5N1) fortzusetzen. Allerdings werden die Aktivitäten in den Vereinigten Staaten vorerst reduziert. Stattdessen verlagert das Unternehmen den Schwerpunkt auf internationale Forschungsstandorte.

Hintergründe der Entscheidung

Laut Unternehmensangaben sollen die klinischen Phase-2-Studien weiterhin vorangetrieben werden, um die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs zu evaluieren. Die Einschränkung der US-Aktivitäten sei auf regulatorische und logistische Gründe zurückzuführen, wie ein Sprecher bestätigte. Details zu den betroffenen Studienstandorten wurden nicht genannt.

Fokus auf globale Gesundheitsbedrohungen

Moderna betont, dass die Vogelgrippe weiterhin eine ernste globale Gesundheitsgefahr darstellt. Besonders in Regionen mit hoher Vogelpopulation und engen Mensch-Tier-Kontakten bestehe ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Der Impfstoffkandidat zielt darauf ab, im Falle einer möglichen Pandemie eine schnelle Immunantwort zu ermöglichen.

Internationale Zusammenarbeit im Fokus

Das Unternehmen arbeitet bereits mit mehreren internationalen Partnern zusammen, darunter Forschungseinrichtungen in Europa und Asien. Ziel ist es, die globale Verfügbarkeit des Impfstoffs sicherzustellen, falls dieser die Zulassungsverfahren erfolgreich durchläuft.

Reaktionen aus der Wissenschaft

„Die Vogelgrippe bleibt eine der größten ungelösten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Jeder Fortschritt in der Impfstoffentwicklung ist ein wichtiger Schritt, um auf eine mögliche Pandemie vorbereitet zu sein.“
— Dr. Anna Meier, Virologin am Robert Koch-Institut

Nächste Schritte und Zeitplan

Moderna plant, die Studien in den kommenden Monaten auszuweiten. Geplant sind unter anderem:

  • Erweiterung der Teilnehmerzahlen in internationalen Studienzentren
  • Beschleunigte Datenauswertung für regulatorische Einreichungen
  • Kooperation mit Gesundheitsbehörden zur Risikobewertung

Kritik an der US-Politik

Einige Experten äußern sich kritisch über die Reduzierung der US-Aktivitäten. Sie befürchten, dass dies die Reaktionsfähigkeit auf eine mögliche Pandemie in den USA beeinträchtigen könnte. Andere sehen darin jedoch eine strategische Neuausrichtung, um globale Kapazitäten zu stärken.

Ausblick: Wann könnte der Impfstoff verfügbar sein?

Moderna geht davon aus, dass erste Ergebnisse aus den erweiterten Studien Ende 2024 vorliegen könnten. Sollten diese positiv ausfallen, könnte der Impfstoffkandidat bereits 2025 für Notfallzulassungen eingereicht werden. Die endgültige Marktzulassung hinge jedoch von den Entscheidungen der jeweiligen Gesundheitsbehörden ab.

Quelle: STAT News