Das Original Monster Crown war ein hartes Spiel – teilweise absichtlich, etwa durch schwierige Balancierung, komplexe Aufzuchtmechaniken und eine düstere Spielwelt. Unbeabsichtigt waren jedoch die zahlreichen spielbremsenden Bugs. Monster Crown: Sin Eater setzt hier an: Mit überarbeiteten Mechaniken und einem flüssigeren Gameplay fühlt sich das Spiel nun stärker an, bringt aber gleichzeitig neue Frustrationen mit sich.
Eine düstere Welt und ein Kampf gegen Unterdrückung
Asur und seine Familie kämpfen in der Crown Nation ums Überleben. Die Welt ist alles andere als freundlich: Der tyrannische Lord Taishakuten herrscht mit eiserner Faust von Meru Sprite aus. Seine Vier Himmelskönige und deren Inquisitoren erpressen die Bevölkerung mit Steuern und Todesdrohungen. Asurs älterer Bruder verließ einst die Heimat, um als Monster-Tamer ein besseres Leben zu finden. Doch als er zurückkehrt, warnt er Asur vor einer noch größeren Gefahr.
Nach einer kurzen Ausbildung zum Tamer wird Asurs Bruder von der Inquisitorin Nefer wegen Hochverrats gefangen genommen. Asur gibt nicht auf: Mit seinen Ersparnissen macht er sich auf, um zum mächtigsten Tamer zu werden – nicht nur, um seinen Bruder zu retten, sondern auch, um sich gegen Taishakuten und seine Schergen zu stellen.
Stärkere Story, aber lose Struktur in späteren Spielabschnitten
Die Handlung von Monster Crown: Sin Eater überzeugt mehr als im Vorgänger – zumindest bis das Spiel an Fahrt aufnimmt. Die offene Welt bietet zwar mehr Freiheit, verliert dabei aber an Fokus. Studio Aurum setzt auf environmental storytelling: Verwüstete Landstriche und verlassene Siedlungen zeigen, welchen Preis die zyklische Gewalt und die Unterdrückung in der Crown Nation fordern. Es ist ein dunkles Spiel, in dem Hoffnung nur schwer zu finden ist.
Asur kann durch seine Entscheidungen das Schicksal der Region beeinflussen. Doch selbst die vermeintlich richtigen Wege führen oft in moralische Dilemmata. Die Wahl der Fraktionen, mit denen man sich verbündet, bleibt stets ambivalent – manchmal sogar schädlich. Die Welt ist kein Ort für einfache Lösungen.
Strukturierte Einführung, aber ungebremste Freiheit später
Zu Beginn spielt sich Monster Crown: Sin Eater in der Windy Province noch relativ linear ab. Doch sobald man die Provinz verlässt und Zugang zu Desperado Province, Frost Province und Scarred Province erhält, wird das Spiel unberechenbar. Die fehlende Struktur wirkt sich auf mehrere Ebenen negativ aus.
Von Anfang an setzt das Spiel auf einen hands-off-Ansatz. Wer das Original oder das Genre nicht kennt, könnte sich überfordert fühlen. Die überarbeitete Spielbalance ist ein Fortschritt, doch die Herausforderungen bleiben hoch – wenn auch weniger willkürlich als im Vorgänger.
Fazit: Ein düsteres Meisterwerk mit Schwächen
Monster Crown: Sin Eater ist ein überarbeitetes Rollenspiel, das seine Stärken in einer packenden Story und tiefgründigen Welt findet. Die Mechaniken sind verbessert, doch die offene Struktur und moralischen Grauzonen sorgen für ein ambivalentes Spielerlebnis. Wer düstere Fantasy-Welten und komplexe Entscheidungen mag, wird hier fündig – muss aber mit einigen Frustrationen leben.