Mit dem nahenden Frühling und dem Rückzug der winterlichen Kälte ist jetzt die perfekte Zeit für gemütliche Spiele wie Moomintroll: Winter’s Warmth. Das rund fünfstündige Abenteuer überzeugt mit Charme und unerwartet düsteren Momenten – ideal für ein entspanntes Wochenende oder ein paar gemütliche Abende.

Ein Winterabenteuer mit Tiefgang

Das Spiel basiert lose auf dem Buch Moominland Midwinter und übernimmt zentrale Handlungsstränge, spinnt sie aber neu. Die Moomin-Familie hält Winterschlaf – doch Moomintroll erwacht mitten im eisigen Winter. Einsam, verängstigt und frierend findet er sich in einer verschneiten Moominvalley wieder. Während er die winterliche Wildnis erkundet, trifft er auf Too-Ticky und die mysteriösen Winterwesen. Diese tanzen um ein großes Lagerfeuer und können damit den Frühling herbeirufen. Um den Winter zu beenden, muss Moomintroll den Winterwesen helfen, ihre Probleme zu lösen und die nicht-winterschlafenden Bewohner von Moominvalley für das Lagerfeuer zu versammeln.

Mehr als nur ein gemütliches Spiel

Obwohl ich beim Vorgänger Snufkin: Melody of Moominvalley noch nicht mit dem Original vertraut war, habe ich für Winter’s Warmth das Buch gelesen – und es hat sich gelohnt. Das Spiel lässt sich auch ohne Vorwissen genießen, doch die Unterschiede zum Buch machen es noch spannender. Besonders die Szenen mit Sorry-oo haben mir gefallen: Im Buch wirken sie oft bedrückend, im Spiel hingegen fröhlich und herzerwärmend.

Die Geschichte von Winter’s Warmth ist süßer als das Buch und legt den Fokus auf Moomintrolls Charakterentwicklung und Freundschaften. Einige Nebenfiguren wie Salome the Little Creep wurden gestrichen, während andere wie Misabel mehr Raum bekommen. Interessanterweise fehlt die Groke, die im Vorgänger eine wichtige Rolle spielte – möglicherweise, um Überschneidungen zu vermeiden. Das Spiel passt einige Szenen an, in denen Moomintroll nicht anwesend ist, und macht ihn so zum Helden. Auch Charaktere, die im Buch nach ihrer Handlung verschwinden, erhalten hier mehr Tiefe.

„Warum fühlt sich dieses Spiel manchmal wie Resident Evil an?“ – Eine Spielerfahrung zwischen Gemütlichkeit und unerwarteter Spannung.

Warum fehlt die Beerdigungsszene?

Eine Szene aus dem Buch, die mich besonders beeindruckt hat, ist die Beerdigung zu Beginn. Hier wird Little My, die sonst oft als nervig empfunden wird, in einem neuen Licht gezeigt. Sie ist actionorientierter als der philosophische Too-Ticky oder der kindliche Moomintroll und zeigt echten Zorn über den Tod eines Eichhörnchens. Vielleicht wurde diese Szene weggelassen, weil sie zu düster für ein familienfreundliches Spiel wäre?

Spielmechanik: Quests und Charaktere

Der Spielablauf besteht hauptsächlich aus dem Lösen von Aufgaben. Jede Quest führt Moomintroll durch die winterliche Landschaft und bringt ihn mit neuen Charakteren zusammen. Die Interaktionen sind herzerwärmend, aber auch voller unerwarteter Momente. Trotz der gemütlichen Atmosphäre gibt es immer wieder überraschend intensive Szenen, die das Spiel aus der Komfortzone holen.

Fazit: Moomintroll: Winter’s Warmth ist ein gelungenes Abenteuer, das Fans der Moomin-Reihe begeistern wird. Es verbindet die vertraute Welt mit neuen Ideen und überzeugt durch eine Mischung aus Gemütlichkeit und unerwarteter Tiefe.

Quelle: Siliconera