Washington – Ein brisantes Thema beschäftigt derzeit die Raumfahrtbranche: Die geplante Mondstation Gateway der NASA könnte von einem unerwarteten Problem betroffen sein. Wie der NASA-Administrator Jared Isaacman vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses erklärte, weisen zwei der geplanten Wohnmodule bereits Korrosionsschäden auf.
Isaacmans Aussagen lösten zunächst Skepsis aus. Einige Branchenexperten vermuteten sogar, es handele sich um eine Falschmeldung. Doch der Hauptauftragnehmer für das Habitation and Logistics Outpost (HALO), das Unternehmen Northrop Grumman, räumte kurze Zeit später ein, dass es bei der Herstellung zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei.
Noch deutlicher wurde die Europäische Weltraumorganisation (ESA), die für das zweite Wohnmodul I-HAB verantwortlich ist. Die ESA bestätigte am Freitag offiziell, dass an den Modulen Korrosion festgestellt wurde.
Unklare Ursachen und mögliche Folgen
Die genauen Ursachen für die Schäden sind derzeit noch unklar. Experten diskutieren verschiedene Szenarien, darunter Materialfehler, unsachgemäße Lagerung oder chemische Reaktionen durch die verwendeten Raketentreibstoffe. Sollte die Korrosion weitreichende Auswirkungen haben, könnte dies den Zeitplan der Gateway-Mission gefährden.
Die Mondstation Gateway ist ein zentraler Bestandteil des Artemis-Programms der NASA und soll als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond und später zum Mars dienen. Die geplante Inbetriebnahme der ersten Module ist für die späten 2020er-Jahre vorgesehen.
Reaktionen aus der Branche
Während einige Beobachter die Verzögerungen und zusätzlichen Kosten als unvermeidbar kritisieren, betonen andere die Bedeutung einer gründlichen Qualitätskontrolle.
«Sicherheit hat oberste Priorität. Wenn Korrosion ein Problem darstellt, müssen wir das jetzt klären, bevor weitere Module gebaut werden»,erklärte ein ehemaliger NASA-Ingenieur, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Die NASA und ihre Partnerunternehmen haben bisher keine offiziellen Stellungnahmen zu möglichen Verzögerungen veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Korrosionsprobleme behoben werden können, ohne den Zeitplan der Mission zu gefährden.