CHICAGO – Kevin Pritchard, Sportdirektor der Indiana Pacers, verbrachte die Nacht vor der NBA-Draft-Lotterie 2026 schlaflos. Zu groß war die Spannung: Im Februar hatte sein Team einen riskanten Deal abgeschlossen, um den begehrten Center Ivica Zubac von den Los Angeles Clippers zu verpflichten. Dafür gaben die Pacers nicht nur zwei zukünftige Draft-Picks ab, sondern auch zwei Spieler, die nicht mehr in ihren Plänen passten. Der entscheidende Preis? Ihr Erstrunden-Pick 2026 – geschützt nur für die Positionen 1 bis 4 sowie 10 bis 30. Nur wenn der Pick auf Platz 5 bis 9 landen würde, hätten die Clippers ihn erhalten.
Am Sonntagabend entschied eine Lotterie mit zufällig gezogenen Pingpongbällen über das Schicksal der Teams. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 52,1 % hätten die Pacers ihren Pick behalten können. Doch die Realität sah anders aus: Die Clippers erhielten den begehrten Draft-Pick – ein Ergebnis, das Pritchard und sein Team hart traf.
„Die Wahrheit ist, ich habe letzte Nacht kaum geschlafen“, gestand Pritchard im Anschluss. Gemeinsam mit dem General Manager Chad Buchanan versuchte er, sich auf alle möglichen Szenarien vorzubereiten – ob gut oder schlecht. Als die Ergebnisse verkündet wurden, beschrieb er sein Herzklopfen als ähnlich intensiv wie in einem entscheidenden Spiel der NBA-Finals. „Ich wäre ein schrecklicher Pokerspieler gewesen“, sagte er mit einem sarkastischen Unterton.
Die Emotionen waren für alle Beteiligten greifbar. Während der Übertragung der Lotterie saßen drei Vertreter der Pacers gespannt vor den Bildschirmen. Doch nur einer von ihnen konnte seine Gefühle verbergen, als das Logo der Clippers auf dem Bildschirm erschien – vor den Augen von Hunderten Anwesenden und Millionen Zuschauern.
Für die Pacers bedeutet dieser Verlust nicht nur den Verzicht auf einen potenziellen Top-5-Draft-Pick in einem starken Jahrgang. Es wirft auch die Frage auf, ob der Tausch von Zubac gegen den Draft-Pick langfristig gerechtfertigt sein wird. Immerhin war der Center in der Saison 2024/25 fast in das All-NBA-Team gewählt worden. Doch ohne den zusätzlichen Draft-Pick könnte sich der Deal als teure Fehlentscheidung erweisen – besonders, wenn die Clippers mit dem neuen Talent ihre Mannschaft weiter stärken.