Netflix hat in den letzten Jahren zum Muttertag stets Filme veröffentlicht, die nicht nur unterhalten, sondern auch berühren. Nach ‚Nonnas‘ aus dem Jahr 2025 folgt nun ‚Remarkably Bright Creatures‘ – ein Film, der trotz kleiner Schwächen vor allem eines ist: angenehm und herzerwärmend.

Ein Grund für den Erfolg dieser Produktionen liegt in der klugen Besetzung mit Stars aus den 70er und 80er Jahren, die nach wie vor überzeugende Leistungen abliefern. Diesmal steht Sally Field im Mittelpunkt, die an der Seite des charismatischen Lewis Pullman glänzt. Dazu gesellt sich Marcellus, ein Oktopus mit der Stimme von Alfred Molina, der die Menschen besser versteht als sie sich selbst.

Eine Geschichte über Einsamkeit und Neuanfang

Tova Sullivan, gespielt von Sally Field, arbeitet als Putzfrau in einem Aquarium in einer kleinen Stadt im Nordwesten der USA. Ihr Leben ist von Einsamkeit geprägt: Ihr Ehemann ist verstorben, und vor Jahrzehnten verlor sie ihr einziges Kind. Eines Tages verletzt sie sich am Knöchel, als sie versucht, den schlauen Marcellus zurück in sein Becken zu setzen.

Parallel dazu kommt der junge Musiker Cameron (Lewis Pullman) in die Stadt. Er sucht nach seinem Vater, der die Familie vor Jahren verlassen hat, nachdem seine Mutter verstorben ist. Als sein Van liegen bleibt, hilft ihm der freundliche Ladenbesitzer Ethan (Colm Meaney) weiter. Dieser vermittelt zwischen Tova und Cameron, die zunächst wenig voneinander halten. Doch langsam entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft – und Marcellus sieht seine Chance, sich bei Tova zu bedanken, die ihm einst das Leben rettete.

Handwerklich solide, aber nicht perfekt

Regisseurin Jessica Elbaum Newman setzt auf eine ruhige, warme Erzählweise, die durch Alfred Molinas sanfte Stimme noch unterstrichen wird. Der Film bewegt sich gefährlich nah an einem Hallmark-Klischee, doch die düstere, graue Atmosphäre der Stadt und die sorgfältige Inszenierung verhindern, dass er in Kitsch abdriftet. Besonders gelungen ist die Darstellung der Gemeinschaft, die Tovas Entscheidung, ihr Haus zu verkaufen und in ein Seniorenheim zu ziehen, noch schwerwiegender erscheinen lässt.

Der größte Pluspunkt des Films ist jedoch Sally Field. Sie spielt Tova mit einer solchen Tiefe und Authentizität, dass man ihre Trauer, aber auch ihre Verletzlichkeit und ihren Humor sofort spürt. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass erfahrene Schauspielerinnen wie Field trotz des Jugendwahns in der Filmindustrie unverzichtbar sind.

‚Remarkably Bright Creatures‘ ist kein Film, der die Welt verändert. Aber er ist genau das, was viele Zuschauer in diesen Zeiten brauchen: eine Geschichte, die tröstet, ohne aufdringlich zu sein, und die zeigt, dass selbst in schwierigen Momenten noch Platz für Hoffnung und Verbindung ist.

Fazit: Ein Film fürs Herz

Wer auf der Suche nach einem Film ist, der ohne große Dramen oder überraschende Wendungen auskommt, aber dennoch berührt, wird mit ‚Remarkably Bright Creatures‘ fündig. Die Mischung aus Humor, Melancholie und einer Prise Magie – verkörpert durch den sprechenden Oktopus Marcellus – macht den Film zu einem sehenswerten Erlebnis. Trotz einiger Klischees überzeugt er durch seine Ehrlichkeit und die herausragenden Darstellerleistungen.

Quelle: The Wrap