Nicolle Wallace zweifelt an Tucker Carlsons Reue

Nicolle Wallace hat Tucker Carlsons späte Entschuldigung für seine Rolle bei der Unterstützung von Donald Trump mit Skepsis aufgenommen. In ihrer Sendung „Deadline: White House“ auf MS NOW kritisierte sie den konservativen Medienkommentator scharf und bezeichnete seine Reue als unaufrichtig.

„Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich weiß einfach nicht“, sagte Wallace zu Beginn der Sendung. „Was wusste er nicht vor 2024? Was war nicht bekannt? Donald Trump hatte Frauen bereits zwischen den Beinen gepackt, er hatte bereits einen tödlichen Aufstand angezettelt. Tucker Carlson hatte bereits festgestellt, dass Donald Trump eine ‚dämonische Kraft‘ sei. Also kaufe ich das nicht. Ich glaube dir kein Wort, Tucker.“

Carlsons späte Einsicht

Carlson hatte sich in einem Interview mit seinem Bruder Buckley für seine journalistische Rolle bei Trumps Wahlsieg entschuldigt. Er räumte ein, dass seine Berichterstattung Wähler beeinflusst habe und äußerte Reue:

„Ich denke, es ist ein Moment, in dem wir uns mit unserem Gewissen auseinandersetzen müssen. Wir werden noch lange darunter leiden – ich werde das. Und ich möchte sagen, dass es mir leidtut, Menschen in die Irre geführt zu haben. Das war nicht beabsichtigt. Mehr werde ich dazu nicht sagen.“

Wallace spielte den Ausschnitt ab und kommentierte sarkastisch:

„Das war Tucker Carlson – für alle, die ihn noch immer verfolgen. Er scheint eine völlig neue Persona angenommen zu haben, die von Reue, Qual und Selbsthass geprägt ist, weil er Donald Trump dreimal geholfen hat. Tucker hat ihm dreimal geholfen. Trump ist dreimal angetreten, und Tucker war die ganze Zeit an seiner Seite.“

Macht von Carlsons Reue

Wallace räumte ein, dass viele Menschen Carlson weiterhin folgen, darunter auch andere rechte Kommentatoren wie Megyn Kelly. Sie betonte, dass Carlsons Reue ein weiteres Zeichen für die wachsenden Spannungen innerhalb der MAGA-Bewegung sei:

  • Trumps erratisches Verhalten führt dazu, dass immer mehr Anhänger seine Eignung für das Amt infrage stellen.
  • Viele seiner Wahlversprechen – wie die Vermeidung von Kriegen, die Veröffentlichung der Epstein-Akten oder die Senkung der Lebenshaltungskosten – wurden nicht eingelöst.
  • Die MAGA-Bewegung zeigt erste Risse, während Trump mit innerer Kritik konfrontiert wird.

Experte sieht „beunruhigende“ Gründe für Carlsons Reue

Angelo Carusone, Präsident von Media Matters, bestätigte die Spaltung innerhalb der MAGA-Bewegung und die Bedeutung von Carlsons Reue. Allerdings warnte er, dass die wahren Beweggründe für diese Einsicht „beunruhigend und beängstigend“ seien.

Die Kritik von Wallace und anderen unterstreicht die wachsende Distanzierung von Trump innerhalb seiner eigenen Anhängerschaft – ein Zeichen für die anhaltenden politischen Turbulenzen in den USA.

Quelle: The Wrap