Farrelly: Kein Plan, nur Inspiration
Peter Farrelly, der mit seinem Bruder Bobby Kultkomödien wie „Dumm und Dümmer“ und „Mary hat’s getan“ drehte, bevor er für „Green Book“ den Oscar als bester Film gewann, hat nie eine strategische Karriereplanung verfolgt. Stattdessen folgt er dem, was das Universum ihm bringt – und das brachte ihn kürzlich zurück zu seinen Wurzeln der schlüpfrigen Komödie.
„Ich mache, was das Universum mir bringt. Don Granger von Skydance schickte mir das Drehbuch von ‚Balls Up‘. Er sagte: ‚Was hältst du davon? Es ist verrückt.‘ Ich antwortete: ‚Es ist genial. Ich liebe es.‘“
— Peter Farrelly
Farrelly betont, dass der Wechsel zu einem R-Rated-Film kein kalkulierter Schritt war, sondern eine spontane Entscheidung nach der Lektüre des Drehbuchs. Geschrieben wurde es von Paul Wernick und Rhett Reese, den Autoren hinter „Zombieland“ und „Deadpool“.
„Balls Up“: Eine verrückte Reise mit Mark Wahlberg
Der Film folgt zwei Kondomverkäufern – gespielt von Mark Wahlberg und Paul Walter Hauser –, die ein revolutionäres Kondom entwickeln, das den gesamten Intimbereich abdeckt. Doch die Handlung eskaliert schnell: Eine Verbindung zur Fußball-WM in Brasilien, ein charismatischer Drogenboss (gespielt von Sacha Baron Cohen) und militante Umweltschützer machen aus der Komödie ein chaotisches Abenteuer. Wie viele Farrelly-Filme hat auch dieser eine Roadtrip-Komponente.
Warum Roadtrips Farrelly inspirieren
Der Regisseur, der selbst über 20 Mal quer durch die USA fuhr – oft allein –, sieht in langen Autofahrten eine Quelle der Klarheit. „Wenn du verloren bist oder nicht weiterweißt, steig ins Auto und fahr allein quer durchs Land“, rät er. Allein sei man produktiver als in Begleitung: „Mit jemandem im Auto schaffst du nichts.“
Während seiner Reisen notiert Farrelly alles, was ihm durch den Kopf geht – von unerledigten Aufgaben bis zu Ideen für neue Projekte. Nach zwei bis drei Tagen der Fahrt kommt plötzlich die Erleuchtung: „Plötzlich siehst du die einfachste Lösung. Wie konntest du das nicht früher sehen?“
Spontaneität statt Strategie
Farrellys Karriere zeigt: Erfolg entsteht nicht durch Planung, sondern durch Offenheit für das Unerwartete. Mit „Balls Up“ beweist er erneut, dass er sich nicht an Genres oder Altersbeschränkungen bindet – Hauptsache, die Idee ist gut. Und diese kam diesmal von ganz allein.