Ein Thriller ohne frische Ideen

Es gibt keine wirklich neuen Ideen – zumindest behaupten das die Verantwortlichen für neue Konzepte immer wieder. Doch selbst wenn das teilweise stimmt, ist es keine Schande, bewährte Ideen neu aufzubereiten. Apex, der neue Film von Baltasar Kormákur, setzt auf dieses Prinzip – und scheitert grandios. Statt einer überzeugenden Handlung werden drei bekannte Thriller-Elemente aneinandergereiht, die sich gegenseitig die Spannung rauben.

Drei Handlungsstränge, keine Verbindung

Der Film beginnt in den Bergen Norwegens, wo die erfahrene Kletterin Sasha (Charlize Theron) mit ihrem Partner Tommy (Eric Bana) eine riskante Tour unternimmt. Doch schon die erste Szene wirkt wie ein Abklatsch von Vertical Limit – ohne dessen Spannung zu erreichen. Tommy warnt vor dem Unternehmen, doch Sasha ignoriert ihn. Acht Monate später reist sie allein nach Australien, um in einer abgelegenen Schlucht zu raften – einem Ort, an dem schon viele verschwunden sind und die Einheimischen als bedrohlich gelten. Warum sie nicht einfach umkehrt? Weil sie, wie der Film betont, eine abenteuerlustige Frau ist, die noch nie einen Film gesehen hat.

Ein Jäger, ein Spiel – und keine Logik

Dort trifft sie auf Ben (Taron Egerton), einen Jäger, der sich an Die meistgesuchte Spiel erinnert. Mit einer Armbrust zwingt er Sasha zu einem tödlichen Wettlauf. Doch Bens Charakter bleibt inkonsistent: Mal wirkt er wie ein wütender Aufschneider, mal wie ein charismatischer Serienmörder, mal wie ein emotionsloses Monster. Egerton, sonst ein talentierter Schauspieler, wirkt in dieser Rolle fehlbesetzt – ihm fehlt die nötige Tiefe, um die Figur glaubwürdig zu machen.

Charlize Theron, eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation, kann den Film nicht retten. Ihre Darstellung ist solide, doch die schwache Handlung lässt ihr kaum Spielraum für echte Emotionen. Die Dialoge sind holprig, die Spannung künstlich aufgebaut, und die Logik der Handlung lückenhaft.

Fazit: Ein überflüssiger Mix aus Klischees

Apex ist ein Film, der sich wie ein Flickwerk aus alten Ideen anfühlt. Die Survival-Elemente, der psychologische Thriller und die Jagd-Szenerie passen nicht zusammen und wirken wie willkürlich zusammengesetzt. Wer einen packenden Thriller sucht, sollte stattdessen zu anderen Werken greifen – oder einfach zu Hause bleiben.

„Apex ist ein Film, der versucht, drei verschiedene Thriller-Genres zu bedienen – und scheitert kläglich daran, eines davon überzeugend umzusetzen.“

Quelle: The Wrap