Eine neue Studie der US-amerikanischen Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA zeigt: Die meisten Babynahrungsmittel auf dem US-Markt sind sicher. Dennoch wurden in einigen Proben Spuren von sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) nachgewiesen. Diese Substanzen stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.

PFAS in Babynahrung: Was die FDA-Studie offenbart

Die FDA untersuchte 312 Proben von Säuglingsnahrung auf den Gehalt an per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Dabei wurden fünf verschiedene PFAS-Typen identifiziert. Der am häufigsten nachgewiesene Stoff war PFOS, der in der Hälfte aller Proben gefunden wurde. Allerdings lag die Konzentration in 95 % dieser Fälle unter 2,9 Teilen pro Billion (ppt).

Zum Vergleich: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt einen Toleranzwert von 4,4 ppt für PFOS in Lebensmitteln. Die in der Studie gemessenen Werte liegen somit deutlich darunter. Dennoch wirft das Ergebnis Fragen auf, da PFAS als potenziell gesundheitsschädlich gelten.

Warum PFAS problematisch sind

PFAS, auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt, werden wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in vielen Produkten eingesetzt – von beschichteten Pfannen bis hin zu wasserabweisender Kleidung. Sie bauen sich in der Umwelt nur langsam ab und reichern sich im Körper an.

Laut wissenschaftlichen Studien stehen PFAS im Verdacht, folgende gesundheitliche Risiken zu bergen:

  • Erhöhtes Cholesterin
  • Nieren- und Hodenkrebs
  • Beeinträchtigte Wirksamkeit von Impfungen
  • Mögliche Auswirkungen auf das Immunsystem und die Schilddrüsenfunktion

Die FDA betont zwar, dass die gemessenen Werte in Babynahrung sehr niedrig sind. Dennoch raten Experten zu Vorsichtsmaßnahmen, um die Belastung weiter zu minimieren.

Experten fordern strengere Grenzwerte und weitere Forschung

Gesundheitsexperten und Verbraucherschützer sehen Handlungsbedarf. Sie fordern:

  • Niedrigere Grenzwerte für PFAS in Lebensmitteln, insbesondere in Babynahrung
  • Transparente Kennzeichnung von PFAS-haltigen Produkten
  • Förderung von Alternativen ohne PFAS in der Produktion
  • Umfassendere Langzeitstudien zu den Auswirkungen von PFAS auf die Gesundheit

„Auch wenn die gemessenen Werte in Babynahrung sehr niedrig sind, sollten wir alles tun, um die Belastung weiter zu reduzieren. Säuglinge sind besonders empfindlich gegenüber Schadstoffen.“
– Dr. Anna Meier, Toxikologin und Expertin für Umweltgesundheit

Was Eltern tun können

Eltern, die auf Nummer sicher gehen möchten, können folgende Schritte unternehmen:

  • Vielfalt bei der Ernährung: Abwechslungsreiche Kost kann die Aufnahme von PFAS über einzelne Produkte reduzieren.
  • Bio-Produkte bevorzugen: Studien deuten darauf hin, dass Bio-Lebensmittel tendenziell weniger PFAS enthalten.
  • Informationen einholen: Herstellerangaben und unabhängige Tests können helfen, besonders belastete Produkte zu identifizieren.
  • Aufklärung über PFAS: Eltern sollten über die Risiken von PFAS informiert sein, um bewusste Entscheidungen zu treffen.

Fazit: Babynahrung ist sicher, aber nicht risikofrei

Die FDA-Studie bestätigt, dass die meisten Babynahrungsmittel in den USA sicher sind. Dennoch sollten Eltern und Hersteller weiterhin wachsam sein. Durch strengere Kontrollen, transparente Kennzeichnung und die Förderung von PFAS-freien Alternativen kann die ohnehin geringe Belastung weiter gesenkt werden. Langfristig ist eine umfassende Regulierung der PFAS-Emissionen in der Industrie notwendig, um die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Quelle: STAT News