Die Pharmabranche bleibt in Bewegung: Während US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. die Verschreibung von Antidepressiva einschränken will, setzt Johnson & Johnson trotz enttäuschender Studiendaten auf ein neues Medikament für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED).
RFK Jr. will Verschreibung von Antidepressiva erschweren
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat mehrere Initiativen angekündigt, um die Verschreibung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) einzudämmen. Diese Antidepressiva gelten als besonders schwer abzusetzen. Betroffen sind vor allem Medikamente wie Zoloft, Lexapro, Paxil und Prozac – die am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka in den USA. Laut einer Studie aus dem Jahr 2026 nimmt derzeit jeder sechste Erwachsene in den USA eines dieser Präparate ein.
Die neuen Maßnahmen umfassen Schulungen für Ärzte, geänderte Erstattungsregelungen und klinische Leitlinien. Ziel ist es, Patienten beim Absetzen der Medikamente zu unterstützen und alternative Behandlungsmethoden wie Therapie, Ernährung und Bewegung stärker zu fördern.
Johnson & Johnson setzt trotz Rückschlag auf neues CED-Medikament
Ein vielversprechender Therapieansatz von Johnson & Johnson für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) hat in einer Studie enttäuschende Ergebnisse geliefert. Dennoch plant das Unternehmen, das Medikament Tremfya in Kombination mit Simponi weiterzuentwickeln und in die nächste Testphase zu bringen.
In zwei Phase-2b-Studien wurde die Kombinationstherapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa getestet. Die Ergebnisse zeigten zwar eine bessere Wirksamkeit als die Einzelmedikamente, erreichten jedoch nicht das primäre Ziel der klinischen Remission. Dennoch setzt J&J auf diese Patientengruppe und will die Entwicklung fortsetzen.
Weitere Pharmameldungen im Überblick
- Neue Trainings für Ärzte: Die US-Gesundheitsbehörden planen zusätzliche Schulungen, um die Verschreibung von Antidepressiva zu reduzieren.
- Kombinationstherapie bei CED: Trotz enttäuschender Studienergebnisse bleibt J&J optimistisch und will die Entwicklung vorantreiben.
- Alternative Behandlungsmethoden: Neben Medikamenten sollen Therapie, Ernährung und Bewegung stärker in den Fokus rücken.