Am 24. April vergab das Project Eleven den Q-Day Prize an Giancarlo Lelli. Der Forscher nutzte öffentlich zugängliche Quantenhardware, um einen 15-Bit-Schlüssel aus einem elliptischen Kurven-Public-Key abzuleiten. Dies ist die bisher größte öffentliche Demonstration dieser Angriffsmethode, die eines Tages Bitcoin, Ethereum und andere Systeme gefährden könnte, die auf elliptischer Kurvenkryptographie basieren. Der Preis: ein Bitcoin.
Die Ironie: Ein Forscher gewann Bitcoin, indem er ein Miniaturmodell der Mathematik knackte, die Bitcoin schützt. Ein 15-Bit-Schlüssel hat nichts mit der Sicherheit eines 256-Bit-Schlüssels zu tun, wie er bei Bitcoin verwendet wird. Zudem gibt es derzeit keinen öffentlich bekannten Quantencomputer, der echte Bitcoin-Wallets gefährden könnte.
Was Lelli genau tat
Lelli verwendete eine Variante von Shor’s Algorithmus, einem Quantenalgorithmus, der das elliptische Kurven-Diskrete-Logarithmus-Problem (ECDLP) angreift. Dieses Problem bildet die mathematische Grundlage von Bitcoin’s Signaturverfahren. Er konnte einen Private Key aus einem Public Key innerhalb eines Suchraums von 32.767 Möglichkeiten ableiten.
Der Q-Day Prize forderte Teilnehmer auf, den größten möglichen ECC-Schlüssel auf einem Quantencomputer zu knacken – ohne klassische Abkürzungen oder Hybridmethoden. Lellis 15-Bit-Ergebnis war das höchste, das bis zum Stichtag erreicht wurde. Project Eleven bezeichnete es als einen 512-fachen Sprung gegenüber Steve Tippeconnic’s 6-Bit-Demonstration aus dem September 2025.
Laut Decrypt verfügte die siegreiche Maschine über etwa 70 Qubits. Eine unabhängige Jury, darunter Forscher der University of Wisconsin-Madison und qBraid, überprüfte die Einreichung, wie Project Eleven mitteilte.
Die richtige Einordnung des Ergebnisses
Stellen Sie sich vor, ein Schlosser knackt ein Spielzeugschloss mit denselben Methoden, die eines Tages ein Hochsicherheitstresor gefährden könnten. Die Schlösser wurden verbessert, und der Tresor bleibt vorerst sicher.
Behauptungen und Fakten
- Ein Quantencomputer knackte einen 15-Bit-ECC-Schlüssel: Giancarlo Lelli leitete einen 15-Bit-elliptischen Kurven-Private Key aus einem Public Key ab – allerdings mit öffentlich zugänglicher Quantenhardware.
- Bitcoin selbst wurde nicht gehackt: Der Artikel betont, dass derzeit kein öffentlich bekannter Quantencomputer echte Bitcoin-Wallets gefährden kann. Dies unterstreicht die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse und vermeidet übertriebene Darstellungen.
- Die Angriffsmethode ist relevant für Bitcoin: Lelli nutzte eine Variante von Shor’s Algorithmus, der das ECDLP angreift – genau das Problem, das hinter Bitcoin’s Signaturverfahren steckt. Dies verbindet die Miniatur-Demo mit der realen kryptographischen Bedrohung, ohne sie gleichzusetzen.
- Die Demo folgte strengen Regeln: Der Q-Day Prize verlangte, den größten möglichen ECC-Schlüssel auf einem Quantencomputer zu knacken – ohne klassische Abkürzungen oder Hybridmethoden. Dies unterstreicht die Bedeutung des Ergebnisses als Quanten-Benchmark.
- Das Ergebnis übertrifft frühere Demonstrationen: Project Eleven bezeichnete Lellis 15-Bit-Ergebnis als einen 512-fachen Sprung gegenüber Steve Tippeconnic’s 6-Bit-Demo aus dem September 2025. Dies zeigt, dass die öffentliche Demo-Front voranschreitet.
Warum das Ergebnis wichtig ist – trotz Miniaturformat
Auch wenn der geknackte Schlüssel nur 15 Bit umfasst, ist die Demonstration ein wichtiger Meilenstein. Sie zeigt, dass Quantencomputer bereits heute in der Lage sind, grundlegende kryptographische Probleme anzugreifen. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, sich auf die Post-Quanten-Kryptographie vorzubereiten.
Google hat kürzlich seine Ressourcenschätzungen für das ECDLP-256-Problem aktualisiert und eine Migrationsfrist bis 2029 gesetzt. Dies signalisiert, dass die Branche die Bedrohung durch Quantencomputing ernst nimmt – auch wenn die aktuellen Risiken für Bitcoin noch gering sind.