Richterin reagiert auf Proteste von Opfern

Eine US-Richterin hat die Strafverurteilung des OxyContin-Herstellers Purdue Pharma verschoben, um Opfern der Opioidkrise die Teilnahme an der Verhandlung zu ermöglichen. Wie die New York Times berichtet, sollte das Urteil ursprünglich am Dienstag in einer reinen Videokonferenz verkündet werden.

Proteste vor dem Gericht veranlassen Änderung

U.S. District Judge Madeline Cox Arleo änderte ihre Pläne, nachdem sie Proteste von Opfern vor ihrem Gericht in Newark, New Jersey, beobachtete. Sie entschied, die Verhandlung auf nächste Woche zu verschieben, damit die Betroffenen persönlich teilnehmen können.

„Die Opfer haben das Recht, ihre Stimmen in diesem Verfahren zu erheben. Eine Videokonferenz wäre nicht angemessen gewesen.“

– Richterin Madeline Cox Arleo

Hintergrund: Purdue Pharma und die Opioidkrise

Purdue Pharma, der Hersteller des Schmerzmittels OxyContin, steht seit Jahren in der Kritik, weil es die Opioidkrise in den USA mitverursacht haben soll. Das Unternehmen hat bereits Insolvenz angemeldet und sich mit Bundesstaaten und Kommunen auf eine Vergleichssumme von über 10 Milliarden US-Dollar geeinigt.

Wichtige Fakten zur Opioidkrise

  • Über 500.000 Todesfälle durch Opioid-Überdosen in den USA seit 2000
  • Purdue Pharma hat Millionen von Dollar für die Vermarktung von OxyContin ausgegeben
  • Das Unternehmen bestreitet eine direkte Verantwortung für die Krise

Nächste Schritte im Verfahren

Die Verhandlung ist nun für nächsten Dienstag angesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob das Urteil dann in Anwesenheit der Opfer verkündet wird. Purdue Pharma hat sich bereits mit Gläubigern auf einen Insolvenzplan geeinigt, der jedoch noch der Genehmigung bedarf.

Quelle: STAT News