Ein Hoffnungsschimmer in der postapokalyptischen Flut

Seit zwei Jahrzehnten dominieren düstere Szenarien die Popkultur: Hungerspiele, Walking Dead oder Snowpiercer malen das Bild einer untergehenden Zivilisation und der blutigen Folgen. Diese Geschichten folgen meist einem vertrauten Muster – kurze Momente der Menschlichkeit werden von Gewalt und menschlicher Grausamkeit unterbrochen.

Doch der erste Trailer zu Ridley Scotts The Dog Stars deutet auf etwas anderes hin: Statt Verzweiflung setzt der Film auf Hoffnung. Jacob Elordi spielt Hig, einen Piloten, der in einer zerstörten Welt mit seinem Hund lebt – das letzte Überbleibsel seiner glücklichen Ehe. Während sein Partner Bangley (Josh Brolin) eiskalt überlebt, sehnt sich Hig nach mehr und findet möglicherweise in der Medizinerin Cima (Margaret Qualley) eine neue Perspektive. Begleitet wird der Trailer von einer langsamen Version von Van Morrisons Into the Mystic – ein musikalisches Symbol für Optimismus inmitten der Trostlosigkeit.

Literarische Wurzeln und filmische Herausforderung

Die Grundlage für den Film bildet Peter Hellers Roman aus dem Jahr 2012. Der Bestseller überzeugte nicht nur durch klassische postapokalyptische Elemente, sondern auch durch seinen Humor und die poetische Darstellung eines einfühlsamen Helden. Sollte Scott diese Aspekte erfolgreich auf die Leinwand übertragen, könnte The Dog Stars ein weiterer Erfolg in seiner beeindruckenden Karriere werden.

Der Zeitpunkt des Films könnte kaum besser sein: Das Publikum sehnt sich nach Hoffnung in düsteren Zeiten. Filme wie Project Hail Mary zeigen, dass Apokalypsen durch Freundschaft und Humor abgemildert werden können. Doch während Project Hail Mary von Phil Lord und Christopher Miller inszeniert wurde – Regisseure, die für leichte Unterhaltung bekannt sind –, steht Ridley Scott für eine gänzlich andere Tonlage.

Ridley Scotts Balance zwischen Dunkelheit und Hoffnung

Schon früh in seiner Karriere zeigte Scott keine Scheu vor düsteren Themen: Alien stellt Profit über Menschenleben, Blade Runner besticht durch düstere Atmosphäre, und Black Hawk Down thematisiert militärisches Versagen. Selbst in Thelma & Louise, wo das Publikum einen Triumph feiert, endet der Film mit einem dramatischen Abgrundsprung.

Doch Scott bewies bereits mit The Martian – ebenfalls eine Adaption eines Andy-Weir-Romans –, dass er Hoffnung und Optimismus filmisch umsetzen kann. Gelingt ihm dies auch bei The Dog Stars, könnte der Film nicht nur ein emotionales Erlebnis, sondern auch ein kommerzieller Erfolg werden.

Kinostart und Erwartungen

The Dog Stars startet am 28. August 2026 in den Kinos. Ob Ridley Scott mit diesem Projekt an seine optimistischen Erfolge anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Doch der Trailer verspricht jedenfalls einen frischen Wind in einem Genre, das sonst allzu oft von Hoffnungslosigkeit geprägt ist.