Senator Blumenthal fordert Transparenz zu Binance-Überwachung

Senator Richard Blumenthal (D-Conn.) hat das US-Justizministerium und die Finanzbehörde FinCEN aufgefordert, über den aktuellen Stand der unabhängigen Überwacher von Binance zu informieren. In den Schreiben vom Freitag verweist er auf Berichte über iranisch verknüpfte Krypto-Transaktionen und stellt die Wirksamkeit der Compliance-Strukturen des Exchanges infrage.

Hintergrund: Binance-Sanktionen und Geldwäschevorwürfe

Im Rahmen einer Einigung aus dem Jahr 2023 wegen Verstößen gegen Sanktionen und Geldwäschevorschriften stimmte Binance einer Strafe von 4,3 Milliarden US-Dollar zu. Zudem akzeptierte das Unternehmen zwei unabhängige Überwacher – einen für das Justizministerium und einen für FinCEN – die ab 2024 die Compliance-Reformen des Exchanges überwachen sollen.

Blumenthals Anfrage folgt auf Medienberichte, wonach interne Ermittler bei Binance nach der Meldung von über 1 Milliarde US-Dollar in Transaktionen mit iranischen Wallets entlassen wurden. Das Unternehmen bestreitet diese Vorwürfe.

Kritik an Bundesüberwachungsprogrammen

Die Anfrage fällt zudem in eine Phase, in der Bundesüberwachungsprogramme zunehmend in die Kritik geraten – sowohl wegen ihrer Effektivität als auch der hohen Kosten. Medienberichten zufolge hat das Justizministerium einige dieser Programme überdacht oder pausiert.

Senatskollegen fordern umfassende Prüfung von Binance

Bereits Anfang dieses Jahres hatten mehrere US-Senatoren in einem Schreiben an Generalstaatsanwältin Pam Bondi und Finanzminister Scott Bessent eine „schnelle und umfassende Prüfung“ der Sanktionen-Compliance und Geldwäschekontrollen von Binance gefordert. Angeführt wurde der Brief von Senator Mark Warner, unterstützt von Elizabeth Warren und weiteren Kollegen.

Die Senatoren verweisen auf interne Compliance-Berichte, die rund 1,7 Milliarden US-Dollar an Krypto-Transaktionen mit iranischen Akteuren identifiziert haben sollen – ähnlich wie in Blumenthals Anfrage. Ein Fall betraf laut dem Schreiben einen Binance-Händler, der allegedly 1,2 Milliarden US-Dollar an Transfers für iranisch verknüpfte Entitäten abgewickelt haben soll. Zudem sollen über 1.500 Binance-Konten von iranischen Nutzern genutzt worden sein. Auch russische Akteure könnten die Plattform zur Umgehung von Sanktionen genutzt haben.

Die Senatoren äußern Bedenken, dass Mitarbeiter, die verdächtige Aktivitäten meldeten, entlassen wurden, und dass Binance weniger kooperativ mit Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite. Dies könnte die Verpflichtungen aus der Einigung von 2023 untergraben.

Binance räumte Verstöße ein und stimmte Reformen zu

Binance hatte sich in der Vergangenheit schuldig bekannt, gegen US-Sanktionen und Geldwäschegesetze verstoßen zu haben. Das Unternehmen akzeptierte Strafen von über 4 Milliarden US-Dollar und verpflichtete sich zu umfangreichen Compliance-Reformen unter US-Aufsicht. Dazu gehörten strengere KYC- und Sanktionsscreening-Systeme.

Die Senatoren warnen, dass die jüngsten Vorwürfe ernsthafte Zweifel an der effektiven Umsetzung dieser Reformen aufwerfen. Sie betonen, dass solche Transaktionen im Widerspruch zu den Zusagen von Binance gegenüber dem Office of Foreign Assets Control (OFAC) der US-Finanzbehörde stehen.

Fazit: Binance unter verschärfter Beobachtung

Die Entwicklungen zeigen, dass Binance weiterhin unter intensiver Beobachtung steht. Die Forderungen nach Transparenz und wirksamen Compliance-Maßnahmen nehmen zu, während die Kritik an der Effektivität externer Überwachungsprogramme wächst.