David Schwartz, Mitgründer des XRP Ledgers und ehemaliger CTO von Ripple, hat sich in einem öffentlichen Statement klar positioniert: Anleger sollten nicht in Ripple investieren. Seine Warnung richtet sich an die Krypto-Community, die wiederholt den Zugang zu Ripple-Aktien gefordert hatte. Schwartz betonte: „Wenn Sie direkt an Ripples Erfolg oder Misserfolg partizipieren möchten, können Sie Ripple-Aktien auf dem Sekundärmarkt erwerben – sofern Sie die US-Gesetze erfüllen. Aber Sie sollten es wahrscheinlich nicht tun.“
Seine klare Aussage verbreitete sich innerhalb weniger Stunden und erreichte Zehntausende Nutzer. Die ungewöhnlich deutliche Warnung kommt von einem Insider, dessen ehemaliges Unternehmen zu Spitzenzeiten bis zu 180 Milliarden US-Dollar an XRP hielt. Zum Zeitpunkt der Gründung besaß Ripple (damals noch NewCoin) sogar 80 % des gesamten XRP-Angebots. Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen seine Bestände schrittweise reduziert.
Am 4. Januar 2018 erreichte Ripples XRP-Bestände einen Wert von 180 Milliarden US-Dollar. Die Aktie von Ripple wurde erstmals im Januar 2023 auf Forge Global, einer Plattform für den Handel mit privaten Anteilen, die kürzlich von Charles Schwab übernommen wurde, zu einem Preis von 19,74 US-Dollar pro Aktie gehandelt. Der Höchststand lag bei 243,23 US-Dollar am 6. November 2025, während der aktuelle Kurs bei 116 US-Dollar liegt. Dies entspricht einer Bewertung von 19 Milliarden US-Dollar. Wichtig dabei: Die aktuelle Bewertung von Forge Global liegt damit deutlich unter der von Ripple selbst vor zwei Monaten angegebenen Unternehmensbewertung – und auch unter dem Wert seiner XRP-Bestände zu diesem Zeitpunkt.
XRP ist kein Ripple-Investment
Ripple hat nie einen Börsengang durchgeführt, und es gibt keinen öffentlichen Aktienkurs, auf dessen Basis eine Bewertung des Unternehmens möglich wäre. Dennoch haben viele Privatanleger XRP fälschlicherweise als indirekte Wette auf Ripples Erfolg betrachtet. Dies liegt daran, dass Ripple historisch einen überproportionalen Anteil am XRP-Angebot kontrollierte. Das Unternehmen veröffentlicht zwar regelmäßig Bewertungen aus Finanzierungsrunden, doch die Details zu den zugrundeliegenden Verpflichtungen oder Bedingungen bleiben oft unklar. Auffällig ist, dass Ripples Bewertung in der Vergangenheit eng mit dem Wert seiner XRP-Bestände korrelierte. So entsprach die zuletzt im März genannte Bewertung von rund 50 Milliarden US-Dollar etwa dem Wert seiner XRP-Bestände zu diesem Zeitpunkt.
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Schwartz, der gemeinsam mit Arthur Britto den XRP Ledger im Juni 2012 entwickelte, war einer der größten Anteilseigner von Ripple. Seine persönliche Meinung zur Investition in Ripple hat daher besonderes Gewicht. Er gab bereits zu, dass er nach dem Verkauf eines Großteils seiner XRP-Bestände vor Jahren heute fast sein gesamtes Krypto-Portfolio in Ripple-Aktien hält. Erst kürzlich wurde Schwartz zum CTO emeritus ernannt und trat dem Vorstand von Ripple bei, nachdem er das Unternehmen mehr als 13 Jahre lang geleitet hatte.