Es gibt kaum eine Serie im Fernsehen, die so unverfroren unterhaltsam ist wie Hulu’s 'Rivals'. Die zweite Staffel dieser überdrehten 80er-Jahre-Drama-Serie beweist erneut: Es gibt kein schlechtes Gewissen, wenn man sich an ihr berauscht. Denn 'Rivals' feiert die Lust am Genuss – sowohl für ihre Figuren als auch für das Publikum.

Mit einem Prestige-Cast, opulenten Kulissen und einer Handlung, die sich um Klassenkonflikte in der britischen Elite dreht, könnte die Serie durchaus als anspruchsvoll durchgehen. Doch stattdessen setzt sie bewusst auf Selbstironie und verzichtet darauf, ihre Charaktere moralisch zu belehren. Stattdessen dominieren Sex, verrückte Wendungen, romantische Sehnsüchte und ein bunter Reigen an Figuren, die man gleichzeitig lieben und hassen kann. Ein Remake der besten Elemente klassischer Seifenopern, das sich an die goldenen Zeiten des Primitime-TV erinnert – und dabei nie vergisst, dass Unterhaltung vor allem eines sein sollte: unterhaltsam.

Mehr von allem: Was Staffel 2 noch besser macht

Die zweite Staffel von 'Rivals' steigert alles, was die erste so erfolgreich gemacht hat – und fügt noch komplexere Charakterentwicklungen und Beziehungsdramen hinzu. Basierend auf den Rutshire Chronicles der verstorbenen Autorin Dame Jilly Cooper, drehte sich die erste Staffel vor allem um den erbitterten Machtkampf zwischen Lord Tony Baddingham (David Tennant) und dem ehemaligen Olympiasportler sowie Tory-Politiker Rupert Campbell-Black (Alex Hassell).

Ihre persönlichen Konflikte eskalierten zu einem Kampf um die Zukunft eines britischen TV-Imperiums. Unterstützt von dem zynischen TV-Journalisten Declan O’Hara (Aidan Turner) und dem milliardenschweren Tech-Mogul Freddie Jones (Danny Dyer) gründete Rupert das eigene Netzwerk Venturer, um Lord Tonys etabliertes Corinium herauszufordern. Klingt absurd? Ist es auch – aber genau das macht den Reiz aus.

Rache, Intrigen und ein neues Machtgefüge

Die zweite Staffel setzt direkt nach dem Finale der ersten ein: Cameron (Nafessa Williams) hat sich nach einem heftigen Streit mit Tony, in dem sie ihn mit einer Trophäe niederschlug, zu Rupert geflüchtet. Doch wie die Trailer verrieten, überlebte Tony – und ist entschlossen, sich an allen zu rächen. Was folgt, ist eine persönliche Kampagne gegen Venturer und alle, die damit verbunden sind. Die Handlung springt zwischen Programmplanungen, noblen Dinnerpartys, Poloturnieren und politischen Rennen hin und her.

Während die erste Staffel vor allem die drei gutaussehenden Hauptdarsteller und ihre zahlreichen amourösen Abenteuer in den Fokus stellte, erweitert die zweite Staffel das Spektrum: Neue Charaktere und Beziehungen sorgen für frischen Wind und noch mehr Spannung. 'Rivals' beweist damit erneut, dass sie nicht nur ein unverschämt unterhaltsames Drama ist, sondern auch eine Serie, die sich traut, ihre Figuren und ihre Zuschauer ernst zu nehmen – ohne dabei die Freude am Exzess zu verlieren.