Neuer Eigentümer, neue Sparpolitik

Seit Tom Dundon vor einem Monat die Portland Trail Blazers übernommen hat, herrscht bei den Fans Verwirrung. Der Milliardär setzt auf radikale Kostensenkungen, die oft sinnlos wirken. Besonders zwei Entscheidungen sorgten in dieser Woche für Empörung.

Zwei-Wege-Spieler bleiben zu Hause

Während andere NBA-Teams ihre Zwei-Wege-Spieler zu Playoff-Auswärtsspielen mitnehmen, lässt Dundon sie in Portland. Das ist nicht nur ungewöhnlich – es ist das einzige Team, das so handelt. Zwar dürfen diese Spieler nicht auflaufen, doch ihre Anwesenheit stärkt den Teamgeist und zeigt Wertschätzung. Caleb Love und Sidy Cissoko waren entscheidend für die erste Playoff-Qualifikation der Blazers seit fünf Jahren. Sie für die Playoffs zu Hause zu lassen, wirkt wie eine Demütigung.

"Love und Cissoko waren über ihre vertraglichen Pflichten hinaus entscheidend für die Playoff-Qualifikation. Es ist ein schlechter Eindruck, wenn der neue Eigentümer so an einer Mannschaft spart, die gerade erst den Einzug in die Playoffs geschafft hat."

Interimstrainer Splitter wird unterbezahlt

Auch interimistischer Cheftrainer Tiago Splitter bleibt unter Wert. Er übernahm das Team im Oktober nach der Verhaftung von Chauncey Billups und führte die Blazers zu einer positiven Bilanz (42-40). Doch statt ihn fair zu bezahlen, bietet Dundon ein unterdurchschnittliches Gehalt an. Ein Trainerwechsel wäre ohnehin riskant – ein Wechsel bei gleichzeitigem Sparen am Gehalt wäre fatal.

Risiko: Gute Leute gehen, schlechte bleiben

Dundons Strategie könnte dazu führen, dass wertvolle Mitarbeiter das Team verlassen, während weniger qualifizierte Kräfte bleiben. Selbst wenn andere Trainer bereit wären, für weniger Geld zu arbeiten, ist das kein Garant für Erfolg. Die Frage bleibt: Ist Dundons Sparsamkeit berechtigt – oder einfach nur Geiz?

Wer ist Tom Dundon wirklich?

Forbes schätzt Dundons Vermögen auf etwa 4,5 Milliarden Dollar. Damit gehört er zu den weniger reichen NBA-Eigentümern. Doch Geld allein erklärt nicht sein Verhalten. Experten fragen sich, ob hinter seinen Maßnahmen eine langfristige Strategie steckt oder ob er einfach nicht bereit ist, angemessene Investitionen zu tätigen.

Eines ist klar: Die Trail Blazers stehen vor einer schwierigen Phase. Die Fans hoffen auf eine schnelle Lösung – bevor der Sparfuchs das Team noch weiter schwächt.

Quelle: SB Nation