Neuer Besitzer, alte Sparsamkeit: Tom Dundon und die Portland Trail Blazers
Ende März genehmigte die NBA den Verkauf der Portland Trail Blazers an eine Investorengruppe unter Führung des Dallas-Milliardärs Tom Dundon. Die Bewertung lag bei rund 4,25 Milliarden Dollar. Dundon, der bereits die NHL-Mannschaft Carolina Hurricanes besitzt, schien auf den ersten Blick ein passender NBA-Eigentümer zu sein. Doch sein Geschäftsmodell basiert auf Subprime-Krediten, seine Unternehmen wurden in Oregon wegen aggressiver Kreditvergabe untersucht, und er investiert massiv in Profi-Pickleball. Seit der Übernahme der Blazers hat sich jedoch schnell ein anderer Ruf etabliert: Dundon gilt als extrem geizig.
Gehaltsgrenzen für Trainer: Ein Affront gegen die Liga
Als der Blazers-Trainer Chauncey Billups im Oktober im Rahmen einer bundesweiten Glücksspieluntersuchung verhaftet wurde, rückte interimistisch Tiago Splitter nach. Dundon wollte zwar einen neuen Cheftrainer einstellen, doch laut Jake Fischer vom Stein Line plant er nicht mehr als 1,5 Millionen Dollar Jahresgehalt zu zahlen. Das wäre selbst für Splitter deutlich unter Marktniveau – und ein klarer Bruch mit den Gepflogenheiten der NBA.
Sparen bis ins Detail: Hotel-Check-outs und fehlende Fan-Geschenke
Doch Dundon spart nicht nur bei den Gehältern. Wie Chris Mannix von Sports Illustrated berichtete, mussten Blazers-Mitarbeiter kürzlich in einem Hotel auschecken, um Gebühren für verspätetes Auschecken zu vermeiden. Ein weiteres Beispiel: Während Fans bei Playoff-Spielen traditionell kostenlose T-Shirts erhalten, wird es das bei dieser Serie nicht geben. Teampräsident Dewayne Hankins bestätigte, dass stattdessen „etwas anderes“ geplant sei. Investor Sheel Tyle ergänzte auf Twitter, dass die Mannschaft „etwas anderes“ anbieten werde – doch Details blieben vage.
Kritik an Dundons Führungsstil
Dundons Sparsamkeit stößt in der Liga auf Kritik. Während andere Teams in Spieler, Infrastruktur und Fan-Erlebnisse investieren, setzt er auf Minimalausgaben. Ob diese Strategie langfristig erfolgreich sein kann, bleibt fraglich. Die Portland Trail Blazers stehen damit vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Sie müssen sportlich und wirtschaftlich bestehen – ohne die typischen Investitionen eines NBA-Teams.