Daniel Phan war an Herzversagen erkrankt und stand kurz vor einer lebensrettenden Operation, als er und seine Freundin Julia beschlossen, im Krankenhaus zu heiraten. Das Paar aus Georgia, USA, feierte seine Hochzeit in der Intensivstation – ein Moment, der ihre Liebe und Entschlossenheit unterstreicht.

Daniel und Julia Phan lernten sich bereits als Kinder kennen. Daniels Eltern beschäftigten Julias Mutter in ihrem Nagelsalon. „Wir waren gleich alt. Mit etwa acht Jahren ging ich zu ihr nach Hause – ohne zu ahnen, dass sie einmal meine zukünftige Ehefrau sein würde“, erzählte Daniel gegenüber Healthline. Nach einigen Jahren Trennung fanden sie 2014 über Facebook wieder zueinander. Doch erst 2023 begannen sie, sich ernsthaft zu daten. „Ich meldete mich bei ihr, weil ich sah, dass sie auf einem Konzert war – und ich liebe Konzerte. Also fragte ich, ob sie mit mir hingehen möchte. So fing alles an.“

Ein Jahr nach Beginn ihrer Beziehung sprachen sie über eine gemeinsame Zukunft. Doch dann erkrankte Daniel schwer.

Leben mit hypertropher Kardiomyopathie

Mit nur 11 Jahren wurde bei Daniel eine hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) diagnostiziert – eine genetisch bedingte Herzerkrankung, bei der der Herzmuskel verdickt und das Pumpen erschwert wird. Auch seine ältere Schwester trägt die Krankheit, die auf eine Genmutation der Mutter zurückgeht. Kurz nach der Diagnose erhielt Daniel einen Herzschrittmacher. „Viele Aktivitäten, darunter Sport, waren für mich tabu. Es war eine sehr traurige und traumatische Zeit“, erinnert er sich.

Als Ausgleich entdeckte er die Musik: Gitarre und Schlagzeug wurden seine Leidenschaft. Durch die Schule kam er ohne größere gesundheitliche Zwischenfälle. Doch in seinen frühen 20ern erlitt er bei körperlicher Überanstrengung mehrere Ohnmachtsanfälle, die ihn in die Notaufnahme führten. 2024 traten erstmals ohne körperliche Belastung Herzrhythmusstörungen auf. Am 15. Januar 2025 erlebte er auf der Couch einen schweren Anfall: „Es war der schlimmste. Mir war extrem schwindelig, ich musste mich übergeben, mein Herz beruhigte sich nicht – also rief ich den Notruf. Eine Woche verbrachte ich im Krankenhaus in Gainesville, Northeast Georgia.“

Aufgrund seines Herzversagens wurde Daniel ins Piedmont Heart in Atlanta verlegt, wo er ursprünglich auf eine Herztransplantation hoffte.

LVAD als lebensrettende Alternative

Doch eine Transplantation war nicht möglich. Stattdessen erhielt Daniel ein Left Ventricular Assist Device (LVAD), ein mechanisches Herzunterstützungssystem. „Wenn das Herz zu schwach ist, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen, und Medikamente nicht mehr helfen, kommen LVADs zum Einsatz“, erklärt Dr. Sagar Damle, Kardiochirurg am Piedmont Heart. „Patienten leiden unter Atemnot, Erschöpfung und Müdigkeit. Das LVAD kann in solchen Fällen lebensrettend sein.“

Trotz der schweren Erkrankung und der anstehenden Hochzeit blieb das Paar entschlossen. „Wir wollten diesen Moment nicht aufschieben. Es war uns wichtig, uns vor Gott und der Welt zu versprechen – egal, wo wir uns befinden“, sagt Julia. Die Trauung im Krankenhaus wurde zu einem Symbol ihrer unerschütterlichen Liebe.

Quelle: Healthline