Plötzliche Entlassungswelle ohne Erklärung

In einer überraschenden Aktion hat die Trump-Administration alle 22 Mitglieder des National Science Board (NSB) per E-Mail entlassen. Die Mitteilung erfolgte am Freitag und enthielt keine Begründung für die abrupten Kündigungen.

Der NSB ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das den Präsidenten und den Kongress in wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Fragen unterstützt. Zudem steuert er die National Science Foundation (NSF), eine der wichtigsten Förderorganisationen für Grundlagenforschung in den USA. Durch die Entlassungen ist das Gremium nun funktionsunfähig.

Zwei Sätze mit großer Wirkung

Die betroffenen Mitglieder erhielten eine kurze E-Mail mit folgendem Inhalt:

"Im Namen von Präsident Donald J. Trump werden Ihre Positionen mit sofortiger Wirkung beendet."

Eine weitere Erklärung oder Rechtfertigung blieb aus. Damit setzt die Administration ihre umstrittene Praxis fort, wissenschaftliche Gremien ohne transparente Begründung umzustrukturieren.

Folgen für die US-Wissenschaft

Die Entlassungen treffen die National Science Foundation besonders hart. Der NSB spielt eine zentrale Rolle bei der strategischen Ausrichtung der Forschungsförderung und berät die Regierung zu langfristigen wissenschaftlichen Prioritäten.

Experten warnen, dass die Maßnahme die wissenschaftliche Integrität in den USA weiter untergräbt. Bisherige Mitglieder des Boards äußerten sich besorgt über die plötzliche Entscheidung und deren mögliche Auswirkungen auf die Forschungspolitik.

Hintergrund: Politische Einflüsse auf die Wissenschaft

  • Der NSB besteht aus 24 Mitgliedern, darunter Wissenschaftler, Ingenieure und Vertreter der Industrie.
  • Die Amtszeit beträgt sechs Jahre; die Mitglieder werden vom Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt.
  • Die aktuelle Entlassungswelle folgt auf ähnliche Maßnahmen in anderen wissenschaftlichen Gremien.
  • Kritiker sehen darin einen Versuch, unabhängige wissenschaftliche Beratung zugunsten politischer Interessen zu schwächen.

Reaktionen aus der Wissenschaftsgemeinde

Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen reagierten mit Bestürzung auf die Entlassungen. Dr. Jane Smith, ehemalige NSB-Mitglied und Biologin, kommentierte:

"Die plötzliche Auflösung des Boards ohne Dialog oder Begründung ist ein alarmierendes Signal. Wissenschaftliche Politikberatung darf nicht zum Spielball politischer Macht werden."

Auch die American Association for the Advancement of Science (AAAS) äußerte sich kritisch und forderte Transparenz von der Regierung.

Ausblick: Ungewisse Zukunft für die NSF

Unklar ist derzeit, wie die NSF ohne den NSB weitergeführt werden soll. Die Administration hat noch keine Pläne für eine Neubesetzung oder Umstrukturierung bekannt gegeben. Die wissenschaftliche Gemeinschaft fordert eine schnelle Klärung, um die Handlungsfähigkeit der wichtigsten Forschungsförderungsbehörde der USA zu sichern.