Medizinisches Marihuana: Bundesregierung senkt Einstufung herab
Die Trump-Administration hat am 18. Dezember 2025 eine bedeutende Änderung für medizinisches Marihuana angekündigt. Die US-Regierung stuft das Cannabis nun von Schedule I auf Schedule III herab. Damit wird medizinisches Marihuana als weniger riskant eingestuft und erhält Zugang zu neuen Forschungs- und Behandlungsmöglichkeiten.
Was bedeutet die Herabstufung?
Bisher galt Marihuana auf Bundesebene als Schedule I-Droge – in derselben Kategorie wie Heroin. Das bedeutete, dass die Substanz nach Ansicht der Bundesregierung keine anerkannte medizinische Verwendung besitzt und ein hohes Missbrauchspotenzial aufweist. Mit der neuen Einstufung als Schedule III wird Marihuana nun als mäßiges bis geringes Risiko eingestuft, ähnlich wie bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente.
Die Änderung betrifft ausschließlich medizinisches Marihuana und von der FDA zugelassene Cannabisprodukte. Für den Freizeitkonsum ändert sich zunächst nichts. Die Regierung plant jedoch, den Prozess zur vollständigen Herabstufung bis Ende Juni 2026 abzuschließen.
Steuerliche und wirtschaftliche Folgen
Die neue Einstufung hat auch steuerliche Auswirkungen. Unternehmen im medizinischen Cannabis-Sektor können nun von niedrigeren Steuersätzen profitieren, da Schedule III-Drogen unter andere steuerliche Regelungen fallen. Zudem wird die Forschung an medizinischem Marihuana erleichtert, was neue Behandlungsmethoden ermöglichen könnte.
Hintergrund: Langsame, aber parteiübergreifende Reformen
Die Herabstufung von Marihuana ist kein neues Thema in der US-Politik. Bereits unter Präsident Joe Biden gab es Bestrebungen, Cannabis neu zu klassifizieren. 2024 bezeichnete er die Reform als „historischen Schritt“, doch der Prozess wurde nicht abgeschlossen. Biden begnadigte zudem alle Personen, die wegen einfachen Marihuana-Besitzes auf Bundesebene verurteilt wurden.
Auch Donald Trump hatte bereits 2024 per Exekutivorder die Justizbehörden angewiesen, die Neuklassifizierung voranzutreiben. Die aktuelle Entscheidung folgt diesem Kurs.
Status quo in den US-Bundesstaaten
Während die Bundesregierung langsam nachzieht, haben bereits 48 Bundesstaaten und der District of Columbia medizinisches Marihuana in irgendeiner Form legalisiert. Nur Idaho und Kansas halten noch an den alten Regelungen fest. Für den Freizeitkonsum haben 24 Bundesstaaten und der District of Columbia Marihuana legalisiert – auf Bundesebene bleibt es jedoch weiterhin verboten.
Keine Änderungen für Freizeitkonsumenten – vorerst
Die aktuelle Entscheidung betrifft ausschließlich medizinisches Marihuana. Für Freizeitkonsumenten ändert sich zunächst nichts. Die Regierung hat jedoch angekündigt, den Prozess zur vollständigen Herabstufung von Marihuana auf Schedule III bis Ende Juni 2026 abzuschließen. Sollte dies gelingen, könnte dies langfristig auch den Weg für eine Legalisierung auf Bundesebene ebnen.
Experten gehen davon aus, dass die Reform vor allem die Forschung vorantreiben und die steuerliche Belastung für medizinische Cannabis-Unternehmen verringern wird. Für Patienten könnte dies den Zugang zu alternativen Therapien erleichtern.