Washington – US-Präsident Donald Trump hat Irans rivalisierenden Gruppen eine kurze Frist gesetzt, um sich auf ein kohärentes Gegenangebot zu einigen. Andernfalls wird die von den USA verlängerte Waffenruhe enden. Drei US-Beamte bestätigten dies gegenüber Axios.

"Trump ist bereit, weitere drei bis fünf Tage Waffenruhe zu gewähren, damit die Iraner ihre Angelegenheiten in den Griff bekommen", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. "Das ist keine unbegrenzte Frist."

Warum die Entwicklung entscheidend ist

US-Verhandler glauben weiterhin an eine mögliche Einigung, um den Krieg zu beenden und Irans verbleibendes Atomprogramm zu adressieren. Gleichzeitig gibt es massive Zweifel, ob die Führung in Teheran überhaupt einen autorisierten Ansprechpartner für eine verbindliche Zusage hat.

Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei kommuniziert kaum noch. Die Revolutionsgarden (IRGC), die de facto die Macht im Land übernommen haben, und Irans zivile Verhandler verfolgen offen unterschiedliche Strategien.

"Wir beobachten eine absolute Spaltung innerhalb Irans zwischen Verhandlern und Militärs. Beide Seiten haben keinen Zugang zum Obersten Führer, der nicht reagiert", erklärte ein US-Beamter.

Hinter den Kulissen: Die wachsenden Spannungen

US-Beamte registrierten die ersten Risse bereits nach den ersten Gesprächen in Islamabad. Damals wurde klar, dass IRGC-Kommandeur General Ahmad Wahidi und seine Stellvertreter große Teile der Vorschläge der eigenen Verhandler abgelehnt hatten.

Die offene Konfrontation eskalierte am vergangenen Freitag: Als Außenminister Abbas Araghchi die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz ankündigte, weigerte sich die IRGC, dies umzusetzen – und attackierte ihn öffentlich.

In den folgenden Tagen gab Iran keine substanzielle Antwort auf das neueste US-Angebot und lehnte eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan ab.

Die Rolle Israels und die Folgen

Ein Teil der Spaltung geht auf die Ermordung von Ali Larijani im März durch Israel zurück. Larijani war als ehemaliger Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats die Schlüsselfigur, die Irans Entscheidungsprozesse zusammenhielt.

Sein Nachfolger, Mohammad Bagher Zolghadr – zuständig für die Koordination zwischen IRGC, ziviler Führung und dem Obersten Führer – gilt als ineffektiv, wie ein US-Beamter betonte.

Die letzten 48 Stunden: Frustration im Weißen Haus

Die vergangenen zwei Tage waren für das Weiße Haus besonders frustrierend. Vizepräsident Vance hatte bereits seine Koffer für Islamabad gepackt, um eine zweite Runde der Friedensgespräche zu leiten. Stattdessen musste er stundenlang auf die IRGC warten, die die Reise von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf und Araghchi nach Pakistan genehmigen sollte.

Am Montagabend schien es zunächst grünes Licht für die Gespräche zu geben. Doch am Dienstagmorgen war das Signal wieder verschwunden und wurde durch die Forderung ersetzt, die USA sollten ihre Seeblockade aufheben.

Air Force Two stand stundenlang auf dem Rollfeld der Joint Base Andrews startbereit – bis klar wurde, dass der Flug nicht stattfinden würde. Auch die geplanten Reisen von Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner von Miami nach Islamabad wurden abgesagt.

Am Dienstagnachmittag beriet sich Trump mit seinem nationalen Sicherheitsteam, darunter Vizepräsident Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, CIA-Direktor John Ratcliffe und Generalstabschef Dan Caine.

Quelle: Axios