Die USA stehen vor einem historischen Wendepunkt: Das 250-jährige Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung. Doch statt einer würdevollen Würdigung der demokratischen Errungenschaften der Amerikanischen Revolution inszeniert die Trump-Administration eine propagandistische Inszenierung – geprägt von christlichem Nationalismus, Korruption und politischer Einseitigkeit.
„Rededicate 250“: Eine Feier mit fragwürdigen Partnern
Im Zentrum der „Freedom 250“-Initiative steht das Event „Rededicate 250: A National Jubilee of Prayer, Praise and Thanksgiving“, das als „Teil der größeren Freedom 250“-Kampagne beworben wird. Organisiert von einer privaten Stiftung in Kooperation mit dem Weißen Haus, soll die Veranstaltung am National Mall in Washington als „großes Glaubensfest“ fungieren. Laut Veranstaltern werden „Glaubensführer, Politiker, Musik, Gebete und Zeugnisse“ zusammenkommen, um „Gottes Einfluss auf die amerikanische Geschichte“ zu ehren.
Doch hinter den frommen Worten verbirgt sich ein anderes Ziel: Die Veranstaltung dient als Plattform für christliche Nationalisten, die eine christliche Autokratie anstelle der amerikanischen Demokratie fordern. Zu den prominenten Unterstützern gehören:
- Sean Feucht, Gründer der Bewegung „Let Us Worship“ und bekannter politischer Aktivist;
- Lou Engle, ein einflussreicher Prediger, der „Stadium-Christianity“ propagiert;
- Jentezen Franklin, ein televangelistischer Hardliner;
- Larry Arnn, Präsident des konservativen Hillsdale College;
- Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses;
- Pete Hegseth, Verteidigungsminister mit Kreuz-Tattoos und militaristischer Rhetorik.
Paula White-Cain, die oberste Glaubensberaterin von Präsident Trump, unterstrich die ideologische Ausrichtung der Veranstaltung:
„Es geht um die Geschichte und die Grundlagen unserer Nation, die auf christlichen Werten und der Bibel aufgebaut wurde. Wir widmen das Land erneut Gott.“
Steuergelder für eine parteiische Inszenierung
Doch die „Freedom 250“-Feier ist mehr als nur eine religiöse Kundgebung – sie ist ein politisches Machtinstrument. Die Trump-Administration lenkt Dutzende Millionen Steuergelder in dieses Projekt, das offen parteiisch und sektiererisch ist. Noch fragwürdiger: Externe Sponsoren und ausländische Geldgeber werden aufgefordert, weitere Millionen für die Veranstaltung zu spenden.
Für etwa 1 Million US-Dollar können Unternehmen und Privatpersonen an einem Empfang mit Präsident Trump teilnehmen. Ein klarer Fall von „Geld gegen Einfluss“ – ein Prinzip, das an die „Tempelreinigung“ erinnert. Wer zahlt, landet hoffentlich auf der „guten Liste“ der Regierung oder vermeidet zumindest deren Ungnade.
Pardon-Politik als Symbol der Korruption
Als weiteres „Highlight“ der Feierlichkeiten plant Trump, zum 250. Jahrestag der USA 250 Begnadigungen auszusprechen. Ein fragwürdiges Geschenk an die Rechtsstaatlichkeit – besonders, wenn man bedenkt, wer bereits in den Genuss solcher Pardon gekommen ist:
- Teilnehmer des Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021;
- Juan Orlando Hernández, ehemaliger Präsident von Honduras, verurteilt wegen Drogenhandels und Korruption;
- Weitere Personen mit Verbindungen zu Trumps Umfeld.
Die „Freedom 250“-Initiative offenbart damit nicht nur die Hybris einer Regierung, die demokratische Werte mit Füßen tritt, sondern auch die systematische Aushöhlung von Institutionen. Statt einer Feier der Freiheit wird hier eine autoritäre Utopie propagiert – finanziert mit Steuergeldern und gesponsert von interessierten Kreisen.
Historische Ironie: Die Gründerväter drehen sich im Grab
Die Ironie könnte kaum größer sein: Die amerikanischen Gründerväter kämpften gegen die monarchistische Unterdrückung Großbritanniens – und heute inszeniert eine Regierung eine Feier, die genau diese Strukturen nachahmt. Statt einer pluralistischen Demokratie wird eine christlich-autoritäre Herrschaft beschworen, finanziert von Lobbyisten und korrupten Eliten.
Die „Freedom 250“-Feier ist damit weniger eine Feier der amerikanischen Werte als vielmehr ein Manifest der Macht – und ein alarmierendes Zeichen für die Zukunft der Demokratie in den USA.