Die HBO-Serie A Knight of the Seven Kingdoms hebt sich deutlich vom gewohnten Game of Thrones-Universum ab. Sie wirkt rauer, realistischer – und thematisiert dabei ein überraschendes modernes Problem: Berufslizenzen.
Das größte Rätsel der ersten Staffel dreht sich um eine scheinbar einfache Frage: Ist Duncan der Große überhaupt ein Ritter? Die Serie lässt diese Frage bewusst offen. Mal zuckt ein Charakter mit den Schultern, mal bleibt eine Antwort aus. Doch eines ist klar: Duncan handelt wie ein Ritter. Jahrzehntelang diente er als Knappe bei Ser Arlan von Pennytree, einem einfachen Ritter ohne Bindung an eine Adelsfamilie. Duncan ist mutig, gerecht und verteidigt Schwache und Unschuldige – genau wie es der Rittereid verlangt. Dass er nicht weiß, wie viele Königreiche es gibt, spielt dabei keine Rolle. Im Kampf besiegt er sogar einen hochrangigen Prinzen. „Er hat alles getan, was ein Ritter tun sollte“, erklärt Showrunner Ira Parker im offiziellen Podcast der Serie. Doch Duncan könnte für die Ausübung seines Berufs hingerichtet werden – weil er nie offiziell zum Ritter geschlagen wurde.
Heute drohen zwar keine Hinrichtungen mehr für ungelernte Berufsausübung, doch die Konsequenzen sind ähnlich absurd: Friseure, Kosmetiker oder Innenarchitekten, die ohne Lizenz arbeiten, riskieren hohe Strafen oder sogar Gefängnis. Die Serie nutzt dieses mittelalterliche Szenario, um auf moderne Regulierungswut aufmerksam zu machen.
Bleibt die Frage: War Ser Duncan der Große jemals zum Ritter geschlagen worden? Vielleicht ist das gar nicht so wichtig.