Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie (Kentucky) kämpft um seine politische Zukunft. In der kommenden Woche entscheiden die Wähler seines Wahlkreises, ob der libertäre Politiker – der seit langem für seine unabhängige Haltung bekannt ist – im Amt bleibt oder seinem Parteikollegen Donald Trump weicht. Der Präsident ist wütend auf Massie, weil dieser sich gegen den „One Big Beautiful Bill Act“, die von Trump verhängten Zölle und die zunehmend neokonservative Außenpolitik der Regierung stellt.
Trump hat bereits Massies Herausforderer Ed Gallrein unterstützt. Um den Abgeordneten zu stürzen, greifen seine Gegner zu fragwürdigen Mitteln: Sie verbreiten eine vage Anschuldigung, die auf persönliche Verfehlungen abzielt. Cynthia West, eine ehemalige Freundin Massies, behauptet, dieser habe ihr 5.000 Dollar als „Schweigegeld“ gezahlt. Der Vorwurf dominiert seitdem Schlagzeilen wie „Thomas Massie: Ex-Freundin wirft ihm Schmiergeldzahlung vor“ – obwohl Massie die Vorwürfe vehement zurückweist.
Doch hinter dem Vorwurf steckt ein gezielter Angriff: Allein der Verdacht der Bestechung könnte Massies Ruf bei den Wählern nachhaltig beschädigen. Doch die Anschuldigung entbehrt jeder Grundlage. Es handelt sich um einen dreisten politischen Schachzug, der einen der wenigen Republikaner treffen soll, die sich in Trumps zweiter Amtszeit weiterhin für dessen ursprüngliche Wahlversprechen – insbesondere gegen neue Kriege – einsetzen.
Der Begriff „Schweigegeld“ ist stark negativ belegt. Er suggeriert, dass der Zahlende etwas zu verbergen habe. Doch es gibt keinerlei Beweise für solche Vorwürfe. Massie selbst erklärt in einer Stellungnahme gegenüber Reason:
„Alle Anschuldigungen unangemessenen Verhaltens sind falsch. Ich habe niemandem jemals Geld im Austausch für Schweigen angeboten.“
Die Fakten sprechen eine andere Sprache: Im Juni 2024 starb Massies Ehefrau Rhonda nach 35 Jahren Ehe plötzlich. Der Abgeordnete war tief getroffen und heiratete später neu. In der Zwischenzeit hatte er eine Beziehung mit Cynthia West, die von September 2024 bis Anfang 2025 andauerte. Laut The Cincinnati Enquirer lebte West in Florida, weshalb die Beziehung größtenteils auf Distanz basierte. Um näher zusammen zu sein, schlug Massie vor, dass West nach Washington, D.C. ziehen und sich um eine offene Stelle im Büro der Abgeordneten Victoria Spartz (Indiana) bewerben solle.
Massie gab ihr zwischen 5.000 und 10.000 Dollar, um Umzugskosten und andere Rechnungen zu begleichen. Wie er dem Enquirer erklärte, habe West ihm gegenüber erwähnt, dass ihr geschiedener Ehemann ihr weder Unterhalt noch Alimente zahle. Nach der Trennung im Januar 2025 gab West ihm einen Teil des Geldes zurück – laut Massie bis zu 5.000 Dollar. West hatte tatsächlich eine 90-tägige Anstellung in Spartz’ Büro erhalten, die jedoch nicht verlängert wurde. Sie selbst bezeichnet dies als „Entlassung“ und reichte eine Klage wegen ungerechtfertigter Kündigung ein. Das Office of Congressional Workplace Rights bot bereits eine außergerichtliche Einigung an.