Die Diskrepanz könnte kaum größer sein: Während Donald Trumps geistige und körperliche Verfassung immer stärker nachlässt, wächst die bedingungslose Verehrung seiner engsten Mitarbeiter und Anhänger ins Extreme. Selbst absurde und realitätsferne Vorschläge werden von ihnen unkritisch als geniale Ideen präsentiert.

Ein aktuelles Beispiel lieferte eine hochrangige Sprecherin des ehemaligen Präsidenten. Sie rechtfertigte auf bizarre Weise Trumps jüngsten Vorstoß, Venezuela als 51. Bundesstaat in die USA einzugliedern. Gleichzeitig versuchte sie, seine vermeintliche Überlegenheit gegenüber dem Iran zu betonen – doch dabei entlarvte sie unfreiwillig seine Gleichgültigkeit gegenüber den steigenden Lebenshaltungskosten in den USA.

Noch absurder wurde es, als Trumps Propagandisten einen Journalisten angriffen, weil dieser ein Foto veröffentlichte, das den schlafenden Ex-Präsidenten während einer Veranstaltung zeigte. Der Verfall ist unübersehbar, doch die Kultverehrung erreicht neue Höhen.

Hinter dieser Entwicklung steckt eine düstere Erkenntnis: Trumps engste Vertraute wissen, dass sein politisches Ende bevorsteht – und doch darf niemand dies offen aussprechen.

Experten analysieren den „Sonnenuntergang“ Trumps und die Folgen für die Rechte

In einem aktuellen Gespräch mit der Autorin und Journalistin Virginia Heffernan, die für das New Republic schreibt und kürzlich ein vielbeachtetes Porträt über die psychologischen Mechanismen der MAGA-Bewegung veröffentlichte, wurden die Anzeichen für Trumps bevorstehenden Rückzug aus der Politik sowie die entstehenden Machtvakanzen auf der rechten Seite des politischen Spektrums analysiert.

Heffernan beschreibt Trumps Anhänger als eine „Endstadium-Kultgemeinschaft“, deren blindes Vertrauen in den ehemaligen Präsidenten trotz aller offensichtlichen Defizite ungebrochen bleibt. Die Frage ist: Was passiert, wenn Trump endgültig aus der politischen Arena verschwindet – und wer füllt dann das entstandene Machtvakuum?

„Die MAGA-Bewegung ist wie ein Kult, der kurz vor dem Kollaps steht. Die Anhänger klammern sich an eine Figur, die immer weniger in der Lage ist, ihre Erwartungen zu erfüllen. Doch statt die Realität anzuerkennen, wird die Verehrung umso intensiver.“

Virginia Heffernan, Autorin und Journalistin

Die Entwicklungen werfen grundsätzliche Fragen über die Zukunft der amerikanischen Rechten auf. Ohne Trump als zentrale Identifikationsfigur droht die Bewegung zu zerfallen – oder sich in noch radikalere Richtungen zu entwickeln.