CISA bleibt ohne Zugang zu KI-Modell Mythos Preview
Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA), die für die Sicherheit kritischer Infrastrukturen in den USA zuständig ist, hat laut zwei Quellen keinen Zugang zum neuen KI-Modell Mythos Preview von Anthropic. Dabei nutzen bereits andere Regierungsbehörden das leistungsstarke System.
Warum das wichtig ist
CISA ist die oberste Cyberabwehrbehörde der USA und soll unter anderem Banken, Kraftwerke und andere kritische Einrichtungen vor Cyberangriffen schützen. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch KI-gestützte Cyberattacken wäre der Zugang zu Mythos Preview entscheidend, um Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen und zu schließen.
Anthropic setzt auf kontrollierte Freigabe
Anthropic hat Mythos Preview nicht öffentlich veröffentlicht, sondern nur ausgewählten Unternehmen und Organisationen zugänglich gemacht. Der Grund: Das Modell kann Sicherheitslücken automatisiert erkennen und ausnutzen – eine Fähigkeit, die sowohl für die Verteidigung als auch für Angriffe genutzt werden kann.
Laut den Quellen gehört CISA nicht zu den ausgewählten Nutzern. Stattdessen testen bereits über 40 Unternehmen und Behörden das Modell, darunter auch das Handelsministerium und die NSA.
Hintergründe und politische Entwicklungen
Ein Sprecher von Anthropic bestätigte gegenüber Axios, dass das Unternehmen CISA und das Handelsministerium über die Fähigkeiten von Mythos informiert habe. Die NSA nutzt das Modell trotz einer Warnung des Pentagon, das Anthropic als „Risiko für die Lieferkette“ eingestuft hat.
Ob die aktuelle Führungskrise bei CISA unter der zweiten Trump-Administration eine Rolle spielt, ist unklar. Sprecher beider Organisationen lehnten eine Stellungnahme ab.
CISA verliert an Einfluss und Ressourcen
Die Trump-Administration hat in den letzten Monaten die Kapazitäten von CISA reduziert und mehr Entscheidungsbefugnisse an den Nationalen Cyber-Direktor im Weißen Haus übertragen. Zudem sollen einige Programme auf Bundesstaaten und lokale Ebenen verlagert werden.
CISAs kommissarischer Direktor Nick Andersen sagte letzte Woche vor Gesetzgebern, dass die Ressourcen der Behörde „begrenzter sind, als ich es mir wünsche“. Zudem plant Trump, das Budget von CISA im nächsten Haushaltsjahr um bis zu 707 Millionen Dollar zu kürzen. Die Behörde hat bereits ein Drittel ihrer Belegschaft und Millionen an Mitteln verloren.
Wer hat Zugang zu Mythos Preview?
Neben dem Handelsministerium und der NSA verhandeln auch das Finanzministerium und der Nationale Cyber-Direktor Sean Cairncross über den Zugang zu Mythos. Die meisten Organisationen nutzen das Modell bisher, um Sicherheitslücken in ihren eigenen Netzwerken zu finden.
Ausblick: CISA als zentrale Instanz für Bedrohungsinformationen
Sicherheitsteams in kritischen Infrastruktursektoren sind oft auf CISA angewiesen, um Bedrohungsinformationen branchenübergreifend auszutauschen und Prioritäten für ihre Sicherheitsstrategien zu setzen. Ohne Zugang zu Mythos Preview könnte die Behörde hier an Einfluss verlieren.
„Die Ressourcen von CISA sind begrenzter, als ich es mir wünsche.“
Nick Andersen, kommissarischer Direktor von CISA