Washington, D.C. – Das US-Außenministerium steht kurz davor, eine umstrittene Neugestaltung des amerikanischen Reisepasses zu finalisieren. Wie The Bulwark aus gut informierten Kreisen erfuhr, soll auf dem neuen Pass ein Bild von Ex-Präsident Donald Trump abgebildet werden. Die Maßnahme ist Teil einer Reihe von patriotischen Symbolen, die im Vorfeld des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit eingeführt werden sollen.

Neben dem Pass ist auch die Prägung von Münzen mit Trumps Konterfei geplant – darunter ein allgemeiner Umlaufmünze im Wert von einem Dollar sowie eine limitierte Goldmünze. Zudem sollen Nationalpark-Pässe mit seinem Bild versehen werden. Alle diese Initiativen werden offiziell mit dem Jubiläum begründet.

Laut den dem Magazin vorliegenden Entwürfen wird das Innencover des neuen Passes ein grimmig dreinblickendes Porträt Trumps zeigen, das seinem zweiten Amtseid-Foto entnommen ist. Dieses Bild soll über der Unabhängigkeitserklärung platziert werden, kombiniert mit Trumps goldener Unterschrift. Das Außencover hingegen zeigt ein traditionelles patriotisches Motiv – einen Ausschnitt aus dem Gemälde Declaration of Independence von John Trumbull.

Ein Regierungsmitarbeiter, der dem Magazin Farbfotos des Entwurfs zur Verfügung stellte, bestätigte, dass zunächst nur eine limitierte Auflage von 25.000 Passports mit dem Trump-Motiv produziert werden soll. Die endgültige Freigabe steht jedoch noch aus.

Als The Bulwark bei Außenministerium und Weißem Haus um Stellungnahme bat, reagierte das Außenministerium zunächst mit einer Anfrage nach einer Fristverlängerung. Innerhalb der gewährten zwei zusätzlichen Stunden veröffentlichte Fox News eine eigene Exklusivmeldung zu dem Pass-Design. Anschließend bestätigte ein Sprecher des Weißen Hauses in einer „off the record“-Antwort die Neugestaltung und verwies auf den Artikel von Fox News.

Historiker wie Edward Kolla, Professor an der Georgetown University und Experte für die Geschichte von Reisepässen, bewerten die Entscheidung als „abwegig“. Moderne US-Pässe zeigen niemals das Bild eines amtierenden Präsidenten, und auch in ausländischen Pässen findet sich kein Porträt des jeweiligen Staatsoberhaupts. Zwar trugen historische Reisepässe die Unterschrift des ausstellenden Amtsträgers, doch amerikanische Pässe werden heute im Namen des Außenministers ausgestellt – nicht des Präsidenten.

Der aktuelle Pass-Design, der seit 2021 in Gebrauch ist, zeigt auf dem Innencover eine Darstellung von Francis Scott Key, der die britische Bombardierung während des Krieges von 1812 beobachtet. Die geplante Integration von Trumps Bild stellt damit einen radikalen Bruch mit der bisherigen Tradition dar.

Die Ankündigung fällt zudem in eine Phase, in der Trump mit dem „Save America Act“ eine Gesetzesinitiative vorantreibt, die den Nachweis der Staatsbürgerschaft – einschließlich eines Reisepasses – für Wahlberechtigte vorschreiben soll.