Zwei Abgeordnete aus Florida im Fokus von Entlassungsverfahren
Die Abgeordneten Sheila Cherfilus-McCormick (Demokratin, Florida) und Cory Mills (Republikaner, Florida) stehen diese Woche im Mittelpunkt einer Welle von Entlassungsverfahren im US-Repräsentantenhaus. Sollten sie verurteilt werden, wären sie die siebte und achte Person in der Geschichte des Kongresses, die ausgeschlossen wird.
Vorwürfe gegen Cherfilus-McCormick
Cherfilus-McCormick wurde vom Ethikausschuss wegen schwerwiegender Vorwürfe schuldig gesprochen, darunter die Umleitung von 5 Millionen US-Dollar aus COVID-Hilfsfonds in ihren Wahlkampf. Sie bestreitet alle Anschuldigungen.
Anklagen gegen Cory Mills
Mills sieht sich mit Vorwürfen wie Finanzvergehen, Verstößen gegen Wahlkampffinanzierungsregeln und sexuellem Fehlverhalten konfrontiert. Auch er lehnt alle Anschuldigungen ab. Eine endgültige Entscheidung des Ethikausschusses steht noch aus.
Hintergrund: Zwei Rücktritte vor Entlassungsverfahren
Die Abgeordneten Tony Gonzales (Republikaner, Texas) und Eric Swalwell (Demokrat, Kalifornien) traten letzte Woche zurück, um einem drohenden Entlassungsverfahren wegen angeblichen sexuellen Fehlverhaltens zu entgehen. Beide bestritten die Vorwürfe.
Politische Dynamik und mögliche Konsequenzen
Sprecher Mike Johnson (Republikaner, Louisiana) unterstützte letzte Woche einen Plan von Greg Steube (Republikaner, Florida), eine Resolution zur Entlassung von Cherfilus-McCormick einzubringen – sobald der Ethikausschuss seine Empfehlungen vorlegt. Johnson vermied es jedoch, sich zu Mills’ Fall zu äußern, der sich noch in der Untersuchung befindet.
Nancy Mace (Republikanerin, South Carolina) brachte am Montagabend eine Resolution ein, um Mills gleichzeitig mit Cherfilus-McCormick zu entlassen. Eine endgültige Entscheidung des Ethikausschusses könnte jedoch noch Monate auf sich warten lassen.
Position der Demokraten
Hakeem Jeffries (Demokrat, New York), Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, verzichtete darauf, sich vor dem Anhörungsverfahren zu Cherfilus-McCormick festzulegen. Er betonte, seine Fraktion werde sich nach Vorlage der Fakten und Anwendung des Gesetzes entscheiden:
"Wir werden in einer Weise vorgehen, die unserem Ansatz bei solchen Ethikfragen entspricht: Wir folgen den Fakten und wenden das Gesetz ohne Angst oder Begünstigung an."
Jeffries zeigte sich nicht bereit, eine mögliche Entlassung von Mills zu unterstützen, bevor dieser eine vollständige Anhörung erhält. Er forderte eine Beschleunigung der Untersuchung, um Mills’ Fall zügig auf die Tagesordnung des Repräsentantenhauses zu setzen.
Herausforderungen und politische Risiken
Eine Entlassung erfordert eine Zwei-Drittel-Mehrheit, eine hohe Hürde in einem knapp gespaltenen Repräsentantenhaus, in dem keine Partei Sitze verlieren möchte. Die überwiegende Mehrheit der Republikaner wird voraussichtlich für die Entlassung von Cherfilus-McCormick stimmen. Bei Mills könnte die Argumentation seiner Unterstützer, er habe noch kein faires Verfahren erhalten, zu einer Verzögerung der Abstimmung führen.
Historische Bedeutung
Sollten beide Abgeordnete entlassen werden, wäre dies ein seltenes Ereignis in der US-Geschichte. Bisher wurden nur sechs Mitglieder des Kongresses ausgeschlossen, darunter zwei im Jahr 2023. Die aktuellen Verfahren unterstreichen die wachsende Polarisierung und die zunehmende Bereitschaft, parteipolitische Linien zu überschreiten, um ethische Verfehlungen zu ahnden.