Ein Soldat der US-Special Forces steht unter dem Verdacht, geheime Informationen über die Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro für Wetten auf der Prognoseplattform Polymarket genutzt zu haben. Der 35-jährige Gannon Ken Van Dyke wurde nun festgenommen und wegen Insiderhandels angeklagt.
Laut dem US-Justizministerium soll Van Dyke zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 insgesamt 13 Wetten auf mögliche politische Entwicklungen in Venezuela platziert haben. Dazu gehörten Prognosen wie „US-Truppen in Venezuela bis 31. Januar 2026“ oder „Maduro bis 31. Januar 2026 abgesetzt“. Er setzte dabei auf die Option „Ja“ und gewann schließlich 409.881 Dollar bei einer Einsatzsumme von nur 33.034 Dollar.
Die Wetten wurden kurz vor der tatsächlichen Festnahme Maduros am 3. Januar 2026 platziert. Noch am selben Tag zog Van Dyke sein Geld von Polymarket ab und transferierte es über eine Krypto-Börse auf ein neues Brokerage-Konto. Um seine Spuren zu verwischen, soll er anschließend versucht haben, seinen Polymarket-Account löschen zu lassen – angeblich wegen eines vermeintlichen E-Mail-Verlusts. Zudem änderte er die E-Mail-Adresse seines Krypto-Kontos, um seine Identität zu verschleiern.
Die Anklage umfasst drei Verstöße gegen den Commodity Exchange Act (jeweils bis zu 10 Jahre Haft), einen Fall von Telefonbetrug (bis zu 20 Jahre) sowie eine unrechtmäßige Finanztransaktion (bis zu 10 Jahre).
Polymarket und Insiderhandel: Ein wiederkehrendes Problem
Prognosemärkte wie Polymarket stehen seit Längerem in der Kritik, da sie anfällig für Insiderhandel sind. Erst kürzlich ermittelte die Plattform Kalshi gegen drei politische Kandidaten in den USA, denen vorgeworfen wird, geheime Informationen aus ihren Wahlkampagnen für Wetten genutzt zu haben. Die Strafen reichen von Geldbußen bis zu fünfjährigen Sperren:
- Matt Klein (Minnesota): Geldstrafe unter 1.000 Dollar, Sperre bis zu fünf Jahren
- Ezekiel Enriquez (Texas): Geldstrafe unter 1.000 Dollar, Sperre bis zu fünf Jahren
- Mark Moran (Virginia): Disziplinarmaßnahmen, Sperre von fünf Jahren, Geldstrafe über 6.000 Dollar
Die Vorfälle zeigen, dass Prognosemärkte trotz strengerer Kontrollen weiterhin als Einfallstore für illegale Geschäfte dienen könnten.