Washington – Die USA warten auf die offizielle Antwort Irans zu einem Entwurf für ein Friedensabkommen, das den aktuellen Konflikt beenden soll. In diesem Zusammenhang traf sich US-Vizepräsident Vance am Freitag mit dem qatariischen Premierminister Scheich Mohammed Bin Abdul Rahman al-Thani, einem der wichtigsten Vermittler in den Gesprächen.
Während Pakistan offiziell als Vermittler zwischen den USA und Iran fungiert, haben die Kataris ihre geheimen Gespräche mit Teheran fortgesetzt. US-Beamte betonen, dass Katar in den Verhandlungen mit Iran besonders effektiv sei. Der qatariische Premierminister reiste eigens für das Treffen mit Vance nach Washington und verließ die Stadt noch am selben Tag.
Die aktuelle Lage: Das Weiße Haus erwartet eine Reaktion Irans auf ein einseitiges Memorandum of Understanding (MoU), das den Rahmen für weitere nukleare Verhandlungen bilden soll. US-Außenminister Rubio äußerte sich am Freitag zu den Erwartungen:
„Wir werden sehen, was ihre Antwort beinhaltet. Die Hoffnung ist, dass es etwas ist, das uns in ernsthafte Verhandlungen bringen kann. Ich hoffe, es ist ein ernsthaftes Angebot.“
Hinter den Kulissen: Vor einigen Wochen haben die Kataris ihre inoffiziellen Vermittlungsbemühungen wieder aufgenommen. Laut zwei vertraulichen Quellen agieren sie als einer von mindestens drei geheimen Kanälen zwischen den USA und Iran. Die Kataris nutzen ihre Verbindungen zu hochrangigen Generälen der iranischen Revolutionsgarden, die an den Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Gleichzeitig stimmen sie ihre Bemühungen mit den pakistanischen Vermittlern ab. Noch vor seiner Reise nach Washington sprach der qatariische Premierminister am Donnerstag mit seinem pakistanischen Amtskollegen.
Historischer Kontext: Die Kataris waren bereits vor dem Krieg im Juni 2025 in die Vermittlung zwischen den USA und Iran eingebunden. Damals fungierten die Omanis offiziell als Vermittler, doch qatariische Diplomaten nahmen an fast allen Gesprächen teil und unterstützten die Verhandlungen im Hintergrund – darunter auch das letzte Treffen in Genf zwei Tage vor Kriegsbeginn. Nach einem Angriff Irans auf Katar im Juni 2025 zogen sich die Kataris zunächst aus der Vermittlerrolle zurück. In der aktuellen Krise griffen sie jedoch erneut ein, nachdem Iran Katar mit Raketen und Drohnen angegriffen hatte. US-Beamte bestätigten, dass Katar iranische Kampfflugzeuge abschoss und seinerseits Ziele im Iran angriff. Ein regionaler Diplomat erklärte, Katar habe den USA zunächst mitgeteilt, dass es aufgrund der iranischen Angriffe nicht länger als Vermittler fungieren wolle. Die USA übten jedoch Druck aus, um die qatariischen Bemühungen wiederzubeleben – sogar US-Präsident Trump sprach den qatariischen Emir Scheich Tamim al-Thani persönlich darauf an.
Stellungnahmen: Das qatariische Außenministerium teilte mit, dass Vance und al-Thani in ihrem Gespräch die Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und Iran erörtert hätten. In einer offiziellen Stellungnahme betonte der qatariische Premierminister die Notwendigkeit, dass alle Parteien positiv auf die laufenden Vermittlungsbemühungen reagieren. Ziel sei es, durch Dialog und friedliche Mittel die Ursachen der Krise anzugehen und eine umfassende Einigung zu erreichen.