Warner Bros. hat einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem australischen Filmstudio Village Roadshow beigelegt. Ein unabhängiger Schiedsrichter verurteilte Village Roadshow zur Zahlung von 57 Millionen US-Dollar an den US-Medienkonzern. Der Streit drehte sich um die Finanzierung und Vermarktung des 2021 erschienenen Films „The Matrix Resurrections“.
Der Konflikt begann 2022, als Warner Bros. ein Schiedsverfahren gegen Village Roadshow einleitete. Hintergrund waren Streitigkeiten über die vertragsgemäße Nutzung von Lizenzrechten an verschiedenen Film- und Serienprojekten, darunter auch die Rechte an zukünftigen Fortsetzungen und Neuauflagen bekannter Franchises.
Village Roadshow, das sich nach der COVID-19-Pandemie in einer finanziell angespannten Lage befand, verklagte Warner Bros. seinerseits. Das Unternehmen warf dem Studio vor, gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen zu haben, insbesondere durch die gleichzeitige Kino- und Streaming-Veröffentlichung von „The Matrix Resurrections“ auf HBO Max. Zudem kritisierte Village Roadshow, dass es von der Mitfinanzierung geplanter Fortsetzungen und Neuverfilmungen ausgeschlossen worden sei – darunter auch das Musical „Wonka“ mit Timothée Chalamet.
Im Rahmen des Schiedsverfahrens entschied der Schiedsrichter jedoch zugunsten von Warner Bros. und stellte fest, dass Village Roadshow gegen die bestehenden Kooperations- und Vertriebsverträge verstoßen hatte. Das Studio wurde zunächst zu einer Schadensersatzzahlung von 125 Millionen US-Dollar verurteilt. Diese hohe Summe trug maßgeblich zur Insolvenz von Village Roadshow im vergangenen Jahr bei.
Nach der Insolvenz einigten sich die Parteien im Rahmen eines Vergleichs auf eine reduzierte Zahlung von 57 Millionen US-Dollar. Zusätzlich versuchte Warner Bros., die derivativen Rechte an Village Roadshows Filmkatalog zu erwerben. Diese Rechte ermöglichen die Produktion von Fortsetzungen und Neuverfilmungen bekannter Filme wie „Practical Magic“ (1998) mit Nicole Kidman und Sandra Bullock. Ein Angebot von Warner Bros. unterlag jedoch einem Gegenangebot des Unternehmens Alcon, das die Rechte für 18,5 Millionen US-Dollar erwarb. Alcon hatte zuvor bereits den Großteil des Filmkatalogs von Village Roadshow für 417,5 Millionen US-Dollar übernommen.
Die derivativen Rechte an „Practical Magic“ ermöglichen es Alcon nun, eine Fortsetzung des Fantasy-Klassikers zu produzieren. Warner Bros. wird die neue Version im September dieses Jahres in die Kinos bringen.