In Cherokee County, Georgia, hat ein Vorfall zwischen einem Autofahrer und einer Gruppe Radfahrer zu schweren Vorwürfen geführt. Der 72-jährige Jerry Ross aus Woodstock soll am Steuer seines Honda Pilot zwei Radfahrer angefahren haben, nachdem er sie zuvor mit der Hupe bedrängt und trotz freier Gegenfahrbahn überholt hatte.

Laut Angaben der Behörden folgte Ross einer Gruppe von zehn Radfahrern auf der Sugar Pike Road. Statt die vorgeschriebene Mindestabstand von drei Fuß einzuhalten, überholte er die Gruppe aggressiv und streifte dabei mindestens zwei Radfahrer. Anschließend flüchtete er vom Unfallort.

Einer der betroffenen Radfahrer, Scott Hager, kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Der Typ war einfach wütend.“ Ein Handyvideo dokumentierte den Zusammenstoß und zeigte dabei auch das Kennzeichen des Honda Pilot. Die Aufnahmen ermöglichten es den Ermittlern, Ross innerhalb kurzer Zeit zu identifizieren und an seinem Wohnort festzustellen.

Bei einer Befragung soll Ross die Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet haben, er habe nichts falsch gemacht. Doch die Beweislage spricht gegen ihn: Die Polizei fand am Fahrzeug Schäden, die mit dem Unfall übereinstimmten. Zudem ist in Georgia die Rechtslage eindeutig – Radfahrer haben das gleiche Recht auf die Straße wie Autofahrer, und Überholmanöver müssen mit ausreichendem Sicherheitsabstand erfolgen.

Fahrlässiges Verhalten auf beiden Seiten

Die Ermittler gehen davon aus, dass nicht nur der Autofahrer, sondern auch die Radfahrer in diesem Fall fahrlässig handelten. Während in einem ähnlichen Vorfall in Kalifornien Radfahrer rechtzeitig auswichen, scheint hier die Gruppe auf „Sicherheit in der Gruppe“ vertraut zu haben. Experten weisen jedoch darauf hin, dass selbst in einer Gruppe ein ausreichender Abstand zu überholenden Fahrzeugen essenziell ist.

Ein erfahrener Radfahrer kommentierte:

„Wenn ein Auto so nah kommt, ist es nicht schwer, auszuweichen – selbst wenn andere Fahrer in der Nähe sind.“

Ross wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, Fahrerflucht und rücksichtslosem Fahren angeklagt. Der Fall zeigt einmal mehr, wie gefährlich aggressive Reaktionen im Straßenverkehr sein können – für alle Beteiligten.

Quelle: CarScoops