Die einst rasant wachsende Nutzerzahl von ChatGPT schwächelt. Immer mehr Anwender deinstallieren die App oder greifen auf alternative Chatbots zurück. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens Sensor Tower verzeichnete ChatGPT im April einen Anstieg der Löschungen um 132 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Noch deutlicher fiel der Anstieg im März aus: Hier lag die Löschrate bei 413 Prozent – ausgelöst durch die umstrittene Partnerschaft zwischen OpenAI und dem Pentagon im Februar.

Obwohl ChatGPT weiterhin neue Nutzer gewinnt, verlangsamt sich das Wachstum spürbar. Während die monatlichen aktiven Nutzer im Januar noch um 168 Prozent stiegen, lag der Zuwachs im April nur noch bei 78 Prozent. Sensor Tower bezeichnet die aktuelle Nutzerbasis zwar als „deutlich größer“ als die der Konkurrenz, doch der Trend zeigt klar nach unten.

Experten sehen darin ein mögliches Risiko für OpenAIs angekündigten Börsengang. Die sinkende Nutzerbindung könnte Investoren verunsichern und die Bewertung des Unternehmens beeinflussen. Besonders kritisch ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der wachsenden Konkurrenz durch Anbieter wie Google Bard oder Microsoft Copilot.

Hintergrund: ChatGPT hatte 2023 einen regelrechten Hype ausgelöst und galt als Vorreiter der KI-gestützten Sprachmodelle. Doch die anfängliche Begeisterung scheint nachzulassen – nicht nur wegen technischer Probleme, sondern auch aufgrund von Datenschutzbedenken und ethischen Diskussionen um den Einsatz von KI.

„Die Zahlen zeigen, dass OpenAI seine Nutzer nicht mehr halten kann. Die Konkurrenz holt auf, und die Nutzer werden anspruchsvoller.“ – Marktforscher bei Sensor Tower

OpenAI hat bisher nicht offiziell auf die Entwicklungen reagiert. Ob das Unternehmen mit neuen Features oder Strategien gegensteuern wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Druck auf die KI-Branche wächst – sowohl von Seiten der Regulierung als auch der Nutzer.

Quelle: The Verge